
Peter Nachtnebel ist in der heimischen Musikszene schon lange kein Unbekannter mehr, tritt der Wiener seit den 90er Jahren doch regelmäßig als Journalist, DJ und Konzertveranstalter in Erscheinung. Neben all seinen unterschiedlichen Tätigkeiten ist er auch ein ausgewiesener Musikliebhaber, der mit dem von ihm ins Leben gerufenen Label Cover Recordings diesem Umstand auch Ausdruck verleihen will.
Die erste Veröffentlichung steht ganz im Zeichen des kanadischen Liedermachers Neil Young, ohne dessen Wirken die amerikanische Independent-Szene ab Mitte der 1980er-Jahre vermutlich einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Nicht ohne Grund wird der Musiker von vielen daher auch als der „Godfather of Grunge“ bezeichnet. Mit der musikalischen Bearbeitung zweier Tracks des legendären und einflussreichen Songwriters wurden die beiden Formationen Laokoongruppe und Protestant Work Ethic betraut. Karl Schwamberger, der Mann hinter der Laokoongruppe, nahm sich den Klassiker “Out On The Weekend” zur Brust, deutschte diesen ein und lässt ihn so in einer neuen Form entstehen. Bei Protestant Work Ethic ist der Song „Fuckin’ Up“, der in einer countrifizierten Version eine Art Erneuerung erfährt.
Noch mehr „Neil Young“ gibt es im Rahmen der Labelpräsentation im Wiener brut. Musikalisch fährt Peter Nachtnebel hierzu mit einem in der Tat erstklassigen und an Leckerbissen enorm reichen Programm auf. Neben der Laokoongruppe und Protestant Work Ethic begeben sich unter anderem solch illustre Gäste wie Oliver Welter (Naked Lunch), Rainer Shakey & The Lovers Of Old Black (Rainer Krispel, Mike Glück), Sir Tralala, Ernesty International & der Quellenchor und Aber das Leben lebt auf die Spuren des großen Liedermachers.
Alleine schon diese Zusammenstellung aus Bands und Musikern verspricht für die BesucherInnen ein Musikerlebnis der besonderen Art zu werden. Man darf also durchaus gespannt sein, in welch neues Gewand die Beteiligten die Originale zu hüllen gedenken.(mt)