
„Ich mache Popmusik für Leute, die Popmusik langweilt“, heißt es im Pressetext des von Helmut Jasbar geleiteten Trios. Und schenkt man der Musik von Birds of Vienna Gehör, kommt man nicht umhin, dieser Aussage ohne Einschränkungen zuzustimmen. Was der Gitarrist und seine beiden Mitmusiker zelebrieren, ist Crossover auf allerhöchstem Niveau. Hier werden mit einer solch spielerischen, ja fast schon betörend wirkenden Leichtigkeit, musikalische Richtungen miteinander in Einklang gebracht, die auf den ersten Blick nicht wirklich viel miteinander zu tun zu haben scheinen. Hier werden mit dem Ziel, einen höchst individuellen und facettenreichen Gesamtsound zu entwerfen, bewusst alle Grenzen überschritten.
Das Festhalten an herkömmlichen Standards ist nicht wirklich das Ding des in Wien geborenen Gitarristen, dafür versteht er sich viel zu sehr als ein Musiker, der sich als Brückenbauer zwischen den Stilen versteht und aus diesem Grund, frei von Scheuklappen, seiner Kreativität einfach nur freien Lauf lassen will. Daher ist es auch schwer, sein Trio Birds of Vienna an einem bestimmten Genre festzumachen. In den ungemein vielschichtigen Stücken des Trios trifft Jazz auf Elemente der Klassik genauso wie auf Entwürfe anspruchsvoller Popmusik. Darüber hinaus beweist der Gitarrist, dass Traditionelles nicht im Widerspruch zu modernen Ansätzen stehen muss. Trotz einer nicht von der Hand zu weisenden Komplexität der Kompositionen, erklingen diese sehr gefällig.
Helmut Jasbar hat gemeinsam mit seinen MitmusikerInnen Heidelinde Gratzl (Akkordeon) und Sascha Lackner (Bass) seinen ureigenen und unverwechselbaren Stil gefunden. Was die BesucherInnen im Porgy & Bess erwartet dürfen, ist eine hochinteressante Mischung aus wunderbar melodiösen Kompositionen, intelligenten Arrangements, spielerischer Virtuosität und einer großen Portion Spielwitz. Ein Muss für jeden Liebhaber anspruchsvoller Klänge. (mt)