
Bernhard Eder ist kein Mann der großen Töne, noch weniger der opulenten Gesten. Vielmehr geht der Wiener dezent und zurückhaltend an die Sache heran. Seine Songs, meist alleine getragen von seiner ausdrucksstarken Stimme und den Klängen einer Akustikgitarre, strahlen stets immer etwas ungemein Edles aus, sie offenbaren tiefste Emotionalität und erschaffen eben durch ihre Reduziertheit eine ungemein dichte Atmosphäre. Die melancholisch-zerbrechliche erklingende Musik des Wieners, hin und wieder klanglich erweitert durch den behutsamen und sanften Einsatz einer Violine oder eines Schlagzeugs, ist eine, die weit über herkömmliche Popstandards hinausgeht, besitzt sie doch ihre Qualität vor allem auch darin, sich in die Tiefe zu entwickeln.
Bernhard Eder – Lost and Found by mica
Schon mit seinen ersten beiden Alben „The Livingroom Sessions“ (2007) und „Tales From The Eastside“(2008) konnte Bernhard Eder gehörig viel Staub aufwirbeln. Und das nicht nur hierzulande. Kritiker allerorts waren sich sofort einig, dass hier ein Musiker am Werken, dem in der Zukunft einiges zuzutrauen ist. Die Vorschusslorbeeren bestätigend, lieferte der Wiener Songwriter im vergangenen mit dem in Eigenregie produzierten Werk „To Disappear Doesn’t Mean To Run Away” erneut ein überaus eindringliches Stück Musik, welches sein ausgeprägtes Gespür für spannendes Songwriting, durchdachte Arrangements und wunderbare Melodien auf eindrucksvolle Art und Weise bestätigt. Bernhard Eder weiß ganz genau, wie er was zu welcher Zeit in Szene zu setzen hat, wie er Stimmungen höchster Emotionalität und vor allem dichteste Atmosphäre erzeugen kann, welche den/die HörerIn vom ersten Moment an fesselt.
Wer sich also für anspruchsvolle und berührende Popmusik begeistern kann, sollte sich das Konzert dieses außergewöhnlichen Künstlers in der Scherbe in Graz auf keinen Fall entgehen lassen. (mt)
Bernhard Eder