Aramboa (c) Cornelia Ohnmacht

ARAMBOA – „Mereon Matrix“

Beschwörend, groovig, tief gehend: Das Debütalbum „Mereon Matrix“ (Gergaz Records) der Salzburger Band ARAMBOA ist seit 18. Mai 2017 auf dem Markt – und was soll man sagen? Es ist nicht nur ein Erstlings-, sondern auch ein Meisterwerk.

Cover “Mereon Matrix”  Artwork (c) Elena Shirin

Einst hießen sie noch Black Lotus Experiment, doch sie änderten den Namen auf Aramboa: Der Name leitet sich aus einem Traum ab, den Bandmitglied Moritz Scharf (Electronics, Gitarre) vor vier Jahren hatte. Dieses Wort war das einzige, was ihm im Gedächtnis blieb. Gemeinsam mit Elena Shirin (Gesang), Lukas Moser (Keys, Trompete) und Andreas Stocker (Fagott) produziert er nun Musik, die sich nicht wirklich in ein Genre einordnen lässt. Sie ist ein feiner Mix aus Downbeat, Trip-Hop, IDM, Neo-Soul, Bass Music, Dubstep und Jazz – klingt das merkwürdig? Nein, eher wie eine alles umschließende Klangwolke.

Harmonie mit Tiefgang

Was bedeutet „Mereon Matrix“? Produzent Moritz Scharf erklärt es folgendermaßen: „Eine Mereon-Matrix ist eine geometrisch harmonische Matrix, ein Impulse-Response-Schema, das durch Musik sichtbar werden kann, wenn zum Beispiel Schallwellen auf Wasser treffen. Dieses Reaktionsmuster ist formgebend für biologische Prozesse und beschreibt, wie Frequenzen unsere Umgebung permanent verändern.“ Wenn man das Album hört, versteht man den Titel: Hier ist nichts fehl am Platz, jeder kleine Beat, jeder Ton harmoniert mit dem Rest, die Stimme fügt sich ein, als wäre es nie anders gewesen. Und ganz nebenbei macht der Sound auch Gänsehaut, ist tanzbar und durchfließt den Körper wie ein Zaubertrank. Besonders spürbar ist dies in „Only Coincidence Talks“, der Nummer drei des Albums. Der Song ist nicht wirklich melancholisch, nicht wirklich happy, er ist nachdenklich und überglücklich zugleich. Der subtile Bass gibt den notwendigen Groove dazu.

Der Jazz steigt mit „Styx“ ein und offenbart sich durch die Bläser, die dem musikalischen Gebilde im Hintergrund unaufdringliche Melodien hinzufügen. Etwas heller wird die Atmosphäre im siebten Track des Albums: „Pituitary“. Elena summt hier mehr, als sie singt, die Melodie wirkt wie ein Loop, obwohl sie sich ständig weiterentwickelt. Die spannenden Strukturen der Lieder im Allgemeinen machen das Hören zu einem wahren Klangerlebnis: unkonventionelle Beatabfolgen, chaotisch wirkende Verspinnungen, die sich im nächsten Moment zur perfekten Harmonie wandeln. „Autumn Beats“, das letzte Lied des Albums, wirkt etwas schneller, die Stimmung ist jedoch – wie man es vom Herbst erwartet – nachdenklich und beschwörend, ohne dabei eine gewisse Fröhlichkeit zu verlieren. Die Bläser haben hier eine etwas größere Rolle, geben den Leitton an und versetzen die Zuhörenden in eine fast hypnotische Stimmung.

Nach neun Tracks ist das Album leider auch schon zu Ende: bitte mehr davon. Aramboa haben hier ein wirklich starkes Werk geschaffen, das sich endlos hören lässt, da man immer wieder neue Aspekte der Lieder findet. Am 17. Juni kann man sich von dem Quartett im Jazzit:Musik:Club Salzburg selbst ein Bild machen – unbedingte Empfehlung!

Antonia Seierl

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Gergaz Records