
Eine Lektion in Sachen moderner Musikgeschichte erteilt Andi Weiß gemeinsam mit seinen Kollegen dem Publikum am 30. Jänner im Wiener Jazzlokal Porgy & Bess. Dabei begibt sich das Quintett auf die Spuren des zu Recht legendären Schlagzeugers Art Blakey und seinen Jazz Messengers. Es gibt nicht viele Musiker, die einen solch großen Einfluss auf das gesamte Genre ausgeübt haben, wie es der Amerikaner getan hat.
Von einigen wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, orientieren sich nahezu alle europäischen Jazzmusiker und Jazzbands vorwiegend an den Vorbildern und Idolen, die aus den hoch gelobten Vereinigten Staaten stammen und das Genre praktisch erfunden und entwickelt haben. So beziehen die vielen MusikerInnen ihre musikalischen Einflüsse von den klassischen Jazzbands wie etwa King Oliver und Louis Armstrong oder lassen sich vom Swing eines Benny Goodman und Duke Ellington inspirieren. Jene, die es moderner und zeitgemäßer mögen, zitieren in ihren Soli liebe- und respektvoll Charlie Parker und Dizzy Gillespie und die Hard-Bop-Fans beziehen ihre Wurzeln aus den Bands von Cannonball Adderley und Art Blakey.
Auch das Andi Weiß Quintett zählt zu einer jener Formationen, die stets versucht, den Zauber dieser Größen einzufangen und ihn in ihren Kompositionen wieder aufleben zu lassen. Andi Weiss und seine Kollegen Horst Michael Schaffer, Martin Fuss, Robert Schönherr, Joschi Schneeberger sind allesamt herausragende Instrumentalisten und gehören ohne Zweifel zu den begehrtesten heimischen Jazzmusikern. Mit fast blindem Verständnis gelingt es dem Fünfer, die Essenz der originalen Vorgaben herauszufiltern und sie in ein neues, zeitgerechtes Gewand zu kleiden. Art Blakeys Stücke entfalten noch heute eine in die Tiefe gehende Atmosphäre, der kein Jazzliebhaber entkommen kann. Und genau diesen Umstand machen sich die fünf Musiker zu Nutzen. Wie kaum eine andere Formation geht der Fünfer so entspannt an die Sache heran. Gerade diese Lockerheit steigert die Lust an der Musik. Es macht einfach Spaß dem Andi Weiß Quintett zu lauschen.
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Porgy & Bess