Amanda – „Perpetuum“

Die steirische Band AMANDA veröffentlicht ihr neues Studioalbum „Perpetuum“ (Problembär // VÖ: 06.06.‘25). Darin verfolgen sie ihren ganz individuellen Stil weiter, der irgendwo zwischen Psychedelic Rock und österreichischer Musiktradition beheimatet ist. Gleichzeitig erkundet die Band auch neue musikalische Gefilde.

Seit 2018 machen die vier Musiker Maximilian Mitterwallner, Klaus Messnitzer, Michael Meissnitzer und Herbert Adelwöhrer gemeinsam Musik. Beheimatet ist die Band in der steirischen Hauptstadt Graz. Bisher hat Amanda mit „Durch die Ewigkeit“ und „Weltenraum“ zwei Alben veröffentlicht. Jetzt folgt das dritte Studioalbum, das die Reise durch die Weiten des Amanda-Universums konsequent weiterführt. Auf dieser Reise sind aber auch bisher unbekannte musikalische Facetten der Band zu hören. Trotzdem kann „Perpetuum“ als finales Album einer Trilogie gesehen werden. Der lateinische Titel bedeutet übersetzt „(für) alle Zeit“ und genauso fühlt sich auch das Album an. Es nimmt die Hörer:innen mit auf eine Reise durch Raum und Zeit und am Schluss ist gar nicht so wirklich klar, ob man aktuell noch durch das Weltall schwebt oder schon wieder zurück auf der Erde gelandet ist.

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Musikalisch vereint die Band ausufernden Psychedelic Rock inspiriert von den musikalischen Größen der 70er Jahre mit verschiedenen Facetten österreichischer Musiktradition. Sprachlich spielt Amanda mit dem steirischen Dialekt, malt damit aber eher abstrakte Bilder. Das Album beginnt mit einem dramaturgisch starken Einstieg. Orgelklang und ein Chor leiten in die erste Single „Morgenlandfahrt“ ein, bevor die weiten Gitarren übernehmen. Beschwingte Schlagzeugpatterns, die aber niemals hektisch wirken, bilden die rhythmische Grundlage. Teilweise gibt es fließende Übergänge zwischen den Songs, die das Ganze zu einem noch komplexeren, gesamtklanglichen Werk erstrahlen lassen. Von der Erde hebt die Band bei den nächsten Songs „Sunmaschin“ und „Mondfieber“ in Richtung Weltall ab. Es bauen sich weite Klangräume auf, die niemals überladen wirken, sondern wirklich jedem Ton seinen Platz lassen. Synthesizer-Zwischenspiele sind ebenso ein markantes Merkmal, wie die Gitarren.

Die Band AMANDA in blauen Overalls
AMANDA © AMANDA

Herzstück des Albums ist der titelgebende Track „Perpetuum“. Wie für psychedelische Musik üblich bedient sich die Band hier der phrygischen Tonleiter, die für westlich geprägte Ohren exotisch klingt. Zuerst beginnt das Lied noch relativ ruhig, nimmt aber stetig an Dynamik zu bis es schlussendlich in einer musikalischen Überladung endet, die trotzdem sinnhaft bleibt. Auch hier findet ein erneuter fließender Übergang statt – in das Zwischenspiel „Zeitsprung“. Das Ende von „Perpetuum“ wird gesampelt und es entsteht das Gefühl durch Raum und Zeit zu stürzen, bis die Reise schlussendlich in „Radio Solis“ endet. Der Kreis schließt sich, denn erneut ist beim letzten Lied die Orgel zu hören, bevor schließlich ein Xylophon und ein tiefer, dumpfer Knall das Lied beenden.

Mit „Perpetuum“ ist der Band Amanda ein Werk gelungen, das dem Namen alle Ehre macht. Es zieht die Hörer:innen in den Bann und lässt sie von der ersten, bis zu letzten Note nicht los. Die Band bewegt sich durch unterschiedliche Klangwelten, bleibt sich selbst aber stets treu und schafft so ein Album, das zeitlos und gleichzeitig aktuell und modern klingt.

Ylva Hintersteiner

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