wein.klang Frühling

Ein überaus interessanter Konzertabend steht am 5. Juni im klang.haus in Untergreith auf dem Programm. Die im Rahmen der musikalischen Aktion klang.feste stattfindende Veranstaltung läuft diesmal unter dem Motto „körper.klang“ und widmet sich in musikalischer Form dem Thema „Der Körper als Instrument“. Zu Gast sind an diesem Abend das Ensemble „die reihe“, die australische Gruppe Golden Fur und das österreichisch/britische Duo Mia Zabelka und Zahra Mani.

Das Ensemble „die reihe“ wurde 1958 von den beiden österreichischen Komponisten Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik ins Leben gerufen. Wohl niemand konnte zum Zeitpunkt der Gründung erahnen, dass der innovative Klangkörper auch nach fünfzig Jahren, zwar mit wechselnder Besetzung, immer noch existiert. Von Anfang an widmete man sich ausschließlich der neuen Gegenwartsmusik und deren aktuelle Tendenzen. Gleichzeitig erschuf das Projekt ein permanentes Forum für die heimische Avantgarde, die fortan einen Platz im österreichischen Musikleben vorfand.

Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Mit seiner jahrelangen Überzeugungsarbeit und mit einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen zeigt sich das Ensemble mitverantwortlich dafür, dass die Neue Musik hierzulande einen so hohen Stellenwert geniest.  Zur Aufführung bringt das Ensemble im Rahmen des wein.klang Frühling Werke von David Bedford, Rupert Huber und Mia Zabelka.

Die hohe Kunst der Improvisation präsentiert anschließend das australische Trio Golden Fur. Stilistisch bewegen sich die drei MusikerInnen Samuel Dunscombe (Klarinette, Laptop), Judith Hamann (Violoncello) und James Rushford (Keyboard/Viola) im weiten Feld zwischen Klangkunst, Improvisation und Neuer Musik. Fast mühelos gelingt es dem jungen Ensemble die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Genres zu überwinden und eine ganz eigene Klangsprache zu entwickeln.

Beschließen werden den Konzertabend zwei Instrumentalistinnen, welche das Spiel mit Klängen bis zur Perfektion beherrschen. Es sind vor allem das Experimentieren mit den Phänomenen des Klangs und die stete Suche nach neuen Möglichkeiten, diese in den Kontext interdisziplinärer Kunstformen einzubinden. Seit mittlerweile 20 Jahren bereits widmet sich die österreichische E-Violinistin und Klangkünstlerin Mia Zabelka der Erforschung neuer  Improvisations- und Spieltechniken im Feld der zeitgenössischen avantgardistischen Musik.  In ihren Arbeiten bewegt sich die vielbeschäftigte Künstlerin vorwiegend an der Schnittstelle von Improvisation und Komposition, wobei sie ihr Hauptaugenmerk auf die „Auslotung des Verhältnisses von Körper, Gestik, Klang und Raum“ legt. Selber bezeichnet die Künstlerin ihre Spieltechnik als „automatic playing“.

Ähnlich experimentell agiert auch die Zahra Mani, Mia Zabelkas Partnerin an diesem Abend. Wie bei der Geigerin steht auch bei der in Wien lebenden britischen Kontrabassistin das Spiel mit Klängen im Vordergrund der künstlerischen Auseinandersetzung. Mia Zabelka und Zahra Mani präsentieren im Rahmen von wein.klang Frühling Ausschnitte aus ihrer neuen Soundarbeit „X-Ray“. (mt)

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http://www.klangforum.at
http://goldenfur.com.au/
http://www.miazabelka.com/
http://www.myspace.com/zahramani