Mit einem höchst unterhaltsamen und abwechslungsreichen zweitägigen Musikprogramm feiert das Wiener Gürtellokal Rhiz am 13. und 14. Mai sein 13-jähriges Bestehen. Der Club, der sich in den vergangenen Jahren als bedeutender Treffpunkt für Liebhaber anspruchsvoller Klänge abseits des Mainstreams etabliert hat, bleibt auch im Rahmen seiner Feierlichkeiten seinem Motto treu und präsentiert den BesucherInnen vor allem MusikerInnen und Bands der alternativen Fraktion. Unter anderem auf der Bühne zu sehen sind Sir Tralala & The Golden Glanders und The Happy Kids.
Feste soll man feiern, wie sie fallen. Wieso sollte man auch nur alleine die Jubiläen feierlich begangen werden. Seit nun 13 Jahren nimmt das Rhiz einen bedeutenden Platz im Wiener Musikleben ein. Das Lokal bietet oftmals jenen MusikerInnen und Bands den Ort sich zu präsentieren, der ihnen anderswo leider verwehrt bleibt. Damit leistet das Rhiz einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die musikalische Vielfalt dieser Stadt. Und fährt damit auch sehr gut.
Auch im Rahmen der zweitägigen Feierlichkeiten dürfen Musikfans, die einmal etwas anderes zu hören bekommen wollen, einem mehr als interessanten Programm entgegenblicken. So werden am ersten Abend mit Sir Tralala & The Golden Glanders, The Happy Kids und Dieb13 drei österreichische Acts auf der Bühne zu sehen sein, die in ihren Bereichen mit zu den spannendsten Vertretern, die die heimische Musikszene aktuell zu bieten hat. Der als höchst eigenwillig verschrieene David Hebenstreit alias Sir Tralala gilt als echter Songwriter, Elektronikkünstler und Kreativgeist, der sich musikalisch nicht und nicht in irgendeine Kategorie zwängen lässt. In seinem gemeinsamen Projekt mit der Formation „The Golden Glanders” schlüpft der gebürtige Kärntner in die Rolle eines waschechten Rockmusikers. Wie nicht anders zu erwarten, füllt er auch diese füllt mit Bravour aus.
Aktuell eine ganz heiße Aktie in Sachen Popmusik aus Österreich sind The Happy Kids. Auch hier sind es laute elektrische Gitarrenklänge, treibende, aus der Maschine kommende Beats und verzerrte Orgeln, die den Ton angeben. Der Sound, den das Duo fabriziert, entspricht keinerlei Mainstream-Definitionen, erklingt höchst eigenständig und erfrischend frech und lässt sich, wenn überhaupt, mit dem Begriff Post-Punk am treffendsten umschreiben. Hinter dem Namen Dieb13 versteckt sich der Wiener DJ, Produzent und Programmierer Dieter Kovačič. In seiner Arbeit widmet sich der Künstler vorwiegend der Erforschung des Klanges. Alleine mit seinen elektronischen Hilfsmitteln ausgestattet, lotet er das Spektrum seiner Sounds immer wieder aufs Neue aus und erschafft dabei sein ganz eigenes musikalisches Universum.
Nicht weniger Spannung verspricht der zweite Tag der Veranstaltung. Mit The Dreams und Headwar beehren zwei Acts aus dem fernen Frankreich das Gürtellokal. The Dreams bezeichnen ihre Musik selbst als „Tropicold“. Was man darunter verstehen darf? Eine höchst unterhaltsame Mischung aus (Elektro-)Pop, Wave und Reggae mit extrem hohen Coolheitsfaktor. Richtig heftig, kraftvoll, noisig und schön ungehobelt gehen dagegen gehen Headwar an die Sache heran. Es darf so ausgeflippt werden. (mt)