young & pure präsentiert junge österreichische Singer-/Songwriter

Musik junger österreichischer Singer-/Songwriter gibt es am 22. Juni im Rahmen der “young & pure” Konzertreihe im Theater am Spittelberg. Mit Martin Klein, Magdalena Piatti, dem Quintett skyside und Katrin Navessi sind an diesem Abend vier der hoffnungsvollsten und für viele gar nicht mehr so unbekannte Vertreter der jungen heimischen Szene auf der Bühne zu sehen.

Martin Klein dürfte vor allem seit seinem Support der schwedischen Rocker Eskobar in der Wiener Arena einer etwas breiteren Öffentlichkeit ein Begriff sein. Auch sein Song “Dont´ let it get you down” wird vielen nachhaltig in den Ohren hängen geblieben sein, was eigentlich kein Wunder ist, wurde er im vergangenen Herbst im Programm des Radiosenders FM4 doch auf und ab gespielt. Obwohl in seiner Jugend noch von laut gespielter Rockmusik fasziniert, verschlug es Martin Klein vorerst in die Welt des Jazz. Nach jahrelangem Üben innerhalb der eigenen vier Wände landete Klein am Musik-Konservatorium in den Niederlanden, wo er unter dem begnadeten blinden Jazz-Pianisten Bert van der Brink sein Spiel perfektionieren konnte. Bevor es mit der Musikkarriere aber dann so richtig losging, verdiente sich der Tiroler sein Geld als Casinopianist und Musiker in Theaterprojekten. Mit der Zeit entfernte sich Martin Klein immer mehr von seinen jazzigen Wurzeln und tauchte immer mehr in die Welt der Singer/Songwriter ein. Er begann eigene Songs für Klavier und Gesang zu komponieren, wobei er sein Hauptaugenmerk darauf legte, seinen Kompositionen mit dezent eingesetzten Mitteln Eingängigkeit und Tiefe zu verleihen. Ergänzt durch Kleins wunderbar zerbrechliche Stimme, steigert sich die Intensität des Dargebrachten um ein Vielfaches.

Mit “Inner Space” legte Magdalena Piatti vor zwei Jahren ein Debüt vor, das für ein Erstlingswerk bereits ungemein reif geklungen. Die Kombination aus Piano und weiblichem Gesang zieht nicht selten, und in den meisten Fällen zu Recht, einen Vergleich mit Tori Amos nach sich. Nun, Magdalena Piatti spielt ebenfalls Klavier und besitzt zudem auch noch eine wirklich ausdrucksstarke und sehr berührende Stimme, hat aber im Vergleich zu mancher ihrer Kolleginnen deutlich mehr zu bieten. Der jungen Musikerin gelingt es nämlich, sich vom übermächtigen Vorbild zu lösen und ihre ganz eigene Sprache zu entwickeln. In ihrer Musik lässt die Songwriterin die gängigen Pop-Klischees beiseite und konzentriert sich darauf durchdachte Songs schreiben, die nicht schon an der Oberfläche hängen bleiben. Die Musikerin nutzt ihre Songs als Vehikel, das ihr innerstes Gefühlsleben, mit all seinen Höhen und Tiefen, glaubhaft nach Außen tragen soll. Zudem offenbart Magdalena Piatti ein ausgeprägtes Talent für äußerst gefühlvolle Melodien, die vorwiegend im ruhigeren Fahrwasser unterwegs sind und sich schon nach erstmaligen Hörgenuss im Kopf des/der HörerIn festsetzen. Trotz des eher melancholischen und verträumten Charakters der Songs, wagt es die Sängerin aber auch, hin und wieder rockigere Gefilde anzusteuern, was den positiven Gesamteindruck verstärkt.

Auch Katrin Navessi reichen alleine die Gitarre und ihre sanfte Stimme, um ihren Songs eine dichte und verträumte Atmosphäre zu verpassen. Aufgewachsen in Wien Ottakring, ist die Songwriterin von Kindheit an mit einem breiten Musikspektrum vertraut. Durch Einflüsse von charismatischen Frauen wie etwa Sinead O’Conor, Björk oder P.J. Harvey entwickelt sie mit den Jahren ihren eigenen Stil, wobei minimalistisches Gitarrespiel das Fundament der Songs bildet. Darauf baut schließlich der Einsatz von Text und Stimme auf, wodurch ein hörenswertes, akustisches Gesamtpaket geschnürt wird.

Verträumten Folk-Pop und mit einigen Jazzanleihen präsentiert das Quintett skyside. Getragen werden die Songs vor allem durch die beiden Stimmen von Kerstin Steiner und Jonnie White, welche das gesamte Klangbild einfach unverwechselbar machen. Auf große Spielerein lässt sich die Truppe nicht ein. Vielmehr versucht man, rein akustisch instrumentiert, in reduzierter Form Spannung und Gefühl zu erschaffen. Und das gelingt bestens.