
Unter dem Titel “Wunschmaschine Orient” interpretieren MusikerInnen am 7. und 8. August im Rahmen der Regionale08 alte Stummfilmklassiker auf ihre eigene Art neu. Im thematischen Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Orient als Projektionsfläche westlicher Wunschvorstellungen und Phantasien. Das spannungsreiche Verhältnis von Orient und Okzident wird auf sinnliche Weise thematisiert: Ein erfundener, magischer Orientalismus trifft auf authentische, zeitgemäße Kultur des Nahen Ostens.
Auf dem Programm stehen drei herausragende, orientalistische Stummfilme aus den 1920er Jahren, die von zeitgenössischen MusikerInnen live vertont werden. Dabei reicht das musikalische Spektrum von zeitgenössischer E-Musik über die so genannte Weltmusik bis hin zu aktueller Popmusik. Eröffnet wird die Veranstaltung mit dem Film “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” aus dem Jahr 1926. Dieses Werk gilt als der erste abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte. Die Berliner Künstlerin Lotte Reiniger arbeitete drei Jahre an seiner Herstellung. Mit meisterhaften Scherenschnitttechnik werden die Figuren aus “Tausendundeiner Nacht” zum Leben erweckt – die Musik dazu liefert der iranische Komponist und Dirigent Nader Mashayekhi mit dem achtköpfigen Ensemble Wien-Teheran.
“Sumurun”, ein groteskes Stummfilm-Melodram des deutschen Filmregisseurs Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1920, erzählt die Geschichte einer verführerischen Tänzerin, die mit einer Gaukler-Truppe reist und im Haus des mächtigen Sultans von Bagdad einen verhängnisvollen Reigen aus Leidenschaft und Eifersucht auslöst. Marwan Abado, Alp Bora, Franz Hautzinger und Daniel Klemmer vertonen den Film.
Am Freitag steht “Der Dieb von Bagdad” (Regie Raoul Walsh, Drehbuch und Hauptdarsteller Douglas Fairbanks) auf dem Programm. Opulente Filmbauten, verschwenderische Ausstattung und aufwendige Spezialeffekte machten den Film im Jahr seiner Produktion 1924 zum bis dahin teuersten Streifen. Er erzählt die abenteuerliche Geschichte eines kleinen Diebes, der – will er das Herz der begehrten Prinzessin erobern – eine Reihe abenteuerlicher Prüfungen bestehen muss. Die in Graz ansässige, türkischstämmige Formation computurk wird den Film mit Drum- und Base-Rhythmen völlig neu wirken lassen – zum Einsatz kommen dabei sowohl traditionelle arabische Instrumente als auch Laptop und Synthesizer. (Pressetext)
Bild “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” (1926): Christel Strobel, Agentur für Primrose Film Prod., München

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