
Mit Wolfgang Puschnig steht am 24. Februar einer der wohl renommiertesten heimischen Jazzmusiker auf der Bühne der Roten Bar im Wiener Volkstheater. Mit Hilfe von Raphael Preuschl, Paul Urbanek und Lukas König unternimmt der Saxophonist einmal mehr den Versuch, die Grenzen seines Instrumentes auszuloten und neu zu definieren.
Wolfgang Puschnig muss man Musikliebhabern eigentlich nicht mehr groß vorstellen. Zu großer Bekanntheit gelangte der Musiker durch sein inzwischen fast legendäres Programm “Alpine Aspects”, bei dem er die musikalischen Besonderheiten des Jazz und der traditionellen volkstümlichen Musik wie kein anderer zu vermengen wusste. Auch in unzähligen anderen Projekten konnte der Jazzer seine immense Vielfältigkeit und Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Wolfgang Puschnigs Bestreben ist es stets, verschiedene musikalische Traditionen und Kulturen mit einer großen Portion Experimentierfreude unter einen Hut zu bringen.
Dieser ästhetische Spagat – zwischen Weltoffenheit und eigenen, regionalen Wurzeln – gelingt dem Musiker auf eine beeidruckende Art und Weise. Die Kompositionen bestechen durch vermeintlich einfache Melodiebögen und außereuropäische Grooves. Ebenso stehen gelegentliche Ausflüge in den Bereich der Improvisation auf dem Programm, was die ganze Sache nochmals spannender macht. Führt man sich einmal die zahlreichen unterschiedlichen Aktivitäten dieses Ausnahmemusikers vor Augen, erkennt man schnell, dass er sich nur schwer in Kategorien einordnen lässt. So liest sich die Liste derer, mit denen Puschnig bereits auf der Bühne stehen durfte, wie das “Who is Who” der modernen Jazzszene.
Mit dem Bassisten Raphael Preuschl, dem Pianisten Paul Urbanek und dem Schlagzeuger Lukas König hat Puschnig schon des Öfteren die Bühne geteilt. Was Spielfertigkeit, stilistische Offenheit und Experimentierfreude betrifft, stehen die drei Musiker dem Bandleader um nichts nach. Wie bei Puschnig auch, handelt es sich bei ihnen um ausgewiesene Improvisationskünstler. Auf der Bühne entfaltet dieses Quartett eine immense Energie gepaart mit einer gehörigen Portion Spielwitz. Ein Konzert bei dem jeder Jazzliebhaber auf seine Kosten kommen sollte.(mt)

Wolfgang Puschnig
Paul Urbanek
Lukas König
Raphael Preuschl
Rote Bar