Ganz im Zeichen eines ganz großen Jazzmusikers steht der Konzertabend am 10. April im Wiener Porgy & Bess. Wolfgang Puschnig ehrt gemeinsam mit den Amstettner Musikanten Ornette Coleman. Der Amerikaner zählt ohne Zweifel zu den bedeutendsten Saxophonisten der letzten Dekaden und gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des modernen Free Jazz.
Wolfgang Puschnig muss man Musikliebhabern eigentlich nicht mehr groß vorstellen. Zu großer Bekanntheit gelangte der Musiker durch sein inzwischen fast legendäres Programm “Alpine Aspects”, bei dem er die musikalischen Besonderheiten des Jazz und der traditionellen volkstümlichen Musik wie kein anderer zu vermengen wusste. Auch in unzähligen anderen Projekten konnte der Jazzer seine immense Vielfältigkeit und Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Wolfgang Puschnigs Bestreben ist es stets, verschiedene musikalische Traditionen und Kulturen mit einer großen Portion Experimentierfreude unter einen Hut zu bringen. Der Saxophonist vollzieht dabei einen ästhetischen Spagat Weltoffenheit und den eigenen, regionalen Wurzeln, ein Spagat, der in dieser Form nur wenigen gelingt.
Puschnigs Kompositionen bestechen mit ihren prägnanten Melodiebögen und außereuropäische Rhythmusgebilden. Wie es sich für einen waschechten Jazzer gehört, stehen auch gelegentliche Ausflüge in den Bereich der Improvisation auf dem Programm. In eine bestimmte Kategorie lässt sich der gebürtige Kärntner nicht einordnen, dafür tanzt er einfach auf zu vielen Hochzeiten. Alleine die Liste der MusikerInnen, mit denen Wolfgang Puschnig bereits zusammengearbeitet hat, kann sich mehr als sehen lassen. Unter den Namen finden sich so namhafte KünstlerInnen wie etwa Mathias Rüegg Lauren Newton, Hans Koller, Wolfgang Mitterer, Michel Godard oder Carla Bley.
Gemeinsam mit den Amstettner Musikanten unter der Leitung von Robert Pussecker hat sich Wolfgang Puschnig nun einem der ganz Großen des internationalen Jazz angenähert. Ornette Coleman ist inzwischen längst eine Legende. Der amerikanische Saxophonist gilt als Pionier des Free Jazz und hat mit seinem Spiel etliche Musikergenerationen nach ihm mitgeprägt. So auch den Kärntner Wolfgang Puschnig, der seit jeher von Colemans melodischem Stil angetan ist. Mit dem Album “Homage to O.C.” wollen die Protagonisten dem amerikanischen Musiker nun ihren Respekt zollen. Mit dem Bassisten Jamaaladeen Tacuma, einem langjährigen Weggefährten Puschnigs, ist auch ein Mann mit von der Partie, der über ein Jahrzehnt in Colemans Band Prime Time für die tiefen Töne verantwortlich war.Das Publikum darf gespannt sein, wie und in welcher Form sich Puschnig und seine musikalischen Mitstreiter dem originalen Sound annähern werden. Wer die Protagonisten kennt, der weiß, dass ein einfaches Nachspielen nicht in Frage kommt.(mt)

