
Der Konzertabend “Wean Jazz” im Wiener Porgy & Bess am 14. Oktober steht, wie der Titel bereits verrät, ganz im Zeichen des Aufeinandertreffens zweier vermeintlich völlig unterschiedlicher Musikgenres. Im Rahmen des Wean Hean Festivals finden sich Größen beider Sparten auf der Bühne ein, um zu beweisen, dass Wienermusik und Jazz keineswegs Gegensätze darstellen müssen.
Die Liste der Musiker/Innen, die an diesem Experiment teilnehmen werden, liest sich schon sehr versprechend. Thomas Klinger, Joanna Lewis, Max Nagl, Pianist Josef Novotny, Paul Skrepek, David Subik und Vincenz Wizlsperger: Schon alleine diese Namen sollten Beleg genug dafür sein, welch Meister ihres Faches hier am Werke sind, die bei anderen Gelegenheiten schon unzählige Male eindrucksvoll bewiesen haben, dass Genregrenzen schlicht und einfach nur dazu da sind, um überschritten zu werden.
Unter dem Motto “Hau di iwa d’ Heisa” unternehmen Josef Novotny und Thomas Klinger zusammen mit dem Ensemble den Versuch, Wienerlied und Jazz auf eine authentische Art unter einen Hut zu bringen, ohne dass dabei der Charme und Witz der Originale verloren geht. So werden etwa Blues und Chanson, böhmische Polka oder auch chinesische Begräbnismusik im Spannungsfeld zwischen den strengen Grenzen der Komposition und freier Improvisation abgehandelt. Dabei erscheinen bekannte alte “Gassenhauer” in einem vollkommen neuen und zeitgerechten Gewand, welches den musikalischen Vorgaben hervorragend ansteht.
“Wean Jazz” stellt mit Sicherheit einen der Höhepunkte des diesjährigen “Wean Hean” Festivals dar, zeigt das Konzert doch wie vielschichtig, facettenreich und frei von herkömmlichen Klischees das Wienerlied an und für sich sein kann. Jeder, der den ureigenen Wiener Musikstil einmal in neuer Form erleben will, sollte sich dieses Aufeinandertreffen nicht entgehen lassen. (mt)
Foto Wean Jazz: Wiener Volksliedwerk

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