Vorsicht: 10 x Fitze Fatze im Rhiz

Das bei den Wienern sehr beliebte und stark frequentierte Gürtellokal Rhiz feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen. Mit einem besonderen Geschenk warten zu diesem Anlass die lokalen Artrock-Freigeister Bulbul auf. Über das ganze Jahr verteilt, lädt die Band das Publikum zu zahlreichen Konzertabenden, bei denen sie gemeinsam mit unterschiedlichen Gastmusikerinnen und -musikern auftreten und deren Musik in neuer Form interpretieren. Den Anfang macht am 16. Jänner der Elektroniker Philipp Quehenberger.

Bulbul zählen ohne Zweifel zu den innovativeren Vertretern der heimischen Rockmusikszene. Schon seit ihrer Gründung im Jahre 1997 stand die Truppe für nicht näher definierbare Musik. Anfangs von Mastermind Manfred “Fredl” Engelmayr noch als Soloprojekt angedacht, führte eine gewisse Eigendynamik zu einer musikalischen Entwicklung an deren Ende schließlich ein stabiles Bandgefüge stand. Schon immer war die illustre Formation offen für alles, was auch nur im Entferntesten interessant zu klingen schien. Gerade dieser Aspekt macht die Sache auch so spannend. Die Einflüsse sind so breit gesät, dass sich das erstmalige Durchhören als eine wahre Entdeckungsreise entpuppt. So kombiniert die Truppe rotzigste Melvins-Gitarrenläufe mit scheppernder Elektronik zu einem grandiosen Noise-Erlebnis, welches in dieser Form eher selten anzutreffen ist. Einfacher ausgedrückt spielen Bulbul schlicht und einfach Rockmusik, die ganz ohne Scheuklappen so richtig schräg daherkommt.

Auch Philipp Quehenberger muss eigentlich nicht mehr groß vorgestellt werden. Schon seit längerer Zeit zählt der Globetrotter zu den innovativsten und vielschichtigsten elektronischen Musiker des Landes. Erst im vergangenen Jahr konnte der facettenreiche Elektroniker mit seinem neuen und von allen Seiten viel gelobten Album “Phantom in Paradise” für großes Aufsehen sorgen. Wie seine Kollegen Bulbul zelebriert auch Quehenberger schräge Harmonien, treibende Beats und Industrial-Noise. Tanzbarkeit und Pop-Appeal halten sich in seinen Kompositionen perfekt die Waage.

 

Das Publikum kann durchaus gespannt darauf sein, wie und in welcher Form Bulbul die bekannten Songs von Quehenbergers letzten Album bearbeiten, verfremden und in einem neuen Licht erstrahlen lassen werden. Auf jeden Fall kann jedermann/frau davon ausgehen, dass der Auftakt zum Jubiläumsjahr des Rhiz recht rockig und laut über die Bühne gehen wird.
Michael Ternai

 

 

BULBUL
Philipp Quehenberger
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