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Die Welt der westlichen Kunstmusik ist seit Jahrhunderten stark von musikalischen Kanons geprägt: Eine Auswahl von „anerkannten“ Werken und Komponist*innen dominiert Konzertsäle, Lehrpläne und unsere Hörgewohnheiten. Der Donne Report 2022 zeigt, dass nur 7,7% der Werke des globalen Konzertprogramms von Frauen komponiert wurden, davon waren 5,5% weiße Frauen. Doch wie sind diese Kanons eigentlich entstanden? Wie wurde festgelegt, was dazugehört – und was außen vor bleibt?
In unserem halbtägigen Workshop laden wir dazu ein, gemeinsam kritisch zu hinterfragen, welche Mechanismen, Traditionen und Machtstrukturen diese Kanons geprägt haben. Welche Stimmen und Werke wurden ausgeschlossen – und warum? Der Workshop richtet sich an alle, die Lust haben, Musikgeschichte und -gegenwart zu hinterfragen und eigene Perspektiven auf Vielfalt, Qualität und Bedeutung in der Musik zu entwickeln. Vorkenntnisse sind nicht notwendig – nur Neugier und Offenheit.
musica inaudita ist eine studentisch organisierte Initiative an der UdK Berlin, die sich mit der Diversifizierung der „klassischen” Musikszene beschäftigt. Wir wollen Musik von Künstler*innen, die auf Grund ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sozialen oder nationalen Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Identität, Sprache, Behinderung oder politischer Anschauung von der Geschichtsschreibung übergangen wurden, auf die Bühne bringen und in Lehre wie Repertoire verankern.
inn.wien ist ein Kollektiv junger, klassisch ausgebildeter Musiker:innen mit Sitz in Wien. In flexiblen Besetzungen werden außergewöhnliche Programme geschaffen und Werke aus unterschiedlichen Genres interpretiert. Das Ensemble zeichnet vor allem ein sehr kammermusikalisches Musizieren und große gestalterische Offenheit aus. Die Organisation erfolgt gänzlich von den Musiker:innen selbst. Das inn.wien ensemble war bereits in renommierten Häusern wie dem Wiener Konzerthaus, dem Wiener Musikverein und im Porgy & Bess zu Gast. In der kommenden Saison folgen Debüts an der Alten Oper Frankfurt, im Brucknerhaus Linz und im Haus der Musik Budapest. Im September 2024 erschien das Debüt-Album „LOST INSIDE“, gemeinsam mit dem Jazztrio Drehwerk. Die 2024 erstaufgeführte Produktion „What on Earth!“ – eine staged concert performance für die ganze Familie – wurde 2025 mit dem internationalen YAM „young audience music award“ ausgezeichnet.
Anmeldung: https://www.mdw.ac.at/excellentlyengaged/?PageId=3700
Der Workshop ist Teil der Tagung Excellently Engaged. Rosie Perkins (Royal College of Music) wird in ihrem Vortrag das Konzept des Civic Conservatoire vorstellen, während Tuulikki Laes (Sibelius Akademie) Public Pedagogy als leitende Perspektive für eine zeitgemäße tertiäre Musikausbildung einführt. Ein kritischer Zwischenruf von Irina Kirchberg (Université de Montréal) bildet den Auftakt zu einer anschließenden Podiumsdiskussion. Den Abschluss der Tagung bildet ein Konzert des inn.wien Quartetts.
Eine Kooperation vom Institut für musikpädagogische Forschung und Praxis (IMP) und mica – music austria.