
Die Singer/Songwriterszene erlebt hierzulande im Moment einen regelrechten Boom. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine neue erstklassige CD veröffentlicht wird. Neuestes Beispiel ist der Wiener Stefan Rausch, der mit “Electric” vor wenigen Wochen ein mehr als bemerkenswertes und in Eigenregie produziertes Debüt veröffentlicht hat.
Stefan Rausch mag es ruhig. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die sechs Songs seines Debütalbums “Electric”. Alleine mit der Gitarre und seiner Stimme ausgestattet macht sich der Songwriter daran, die Welt der verträumten, leicht melancholisch angehauchten Akustiklieder zu erkunden. Es ist nicht so, dass der Liedermacher mit seiner Musik das Rad neu erfindet, dennoch muss man ihm großes Potential attestieren. Stefan Rausch gelingt es, seine Leider auf das Wesentliche zu reduzieren. An dem Punkt, an dem viele vergleichbare Acts drohen, in den Kitsch abzurutschen, dort macht der Wiener bewusst einen Schritt zurück. Hier bewahrheitet sich die Aussage, dass weniger oft mehr sein kann. Unaufdringlich und ohne viel Pathos geht der Wiener Liedermacher an die Sache heran. Dabei offenbart der Musiker ein ausgeprägtes Talent für äußerst gefühlvolle Melodien, die sich schon nach erstmaligem Hörgenuss in den Gehörgängen festsetzen. Zudem ist der Wiener mit einer sehr ausdrucksstarken Stimme ausgestattet, mit der es ihm gelingt, die ohnehin schon sehr berührenden Songs, mit zusätzlicher Tiefe und Atmosphäre zu versehen.
Mit “Electric” ist es Stefan Rausch also auf Anhieb gelungen, ein mehr als beachtliches Debüt hinzulegen. Man kann durchaus davon ausgehen, dass von dem jungen Musiker auch in Zukunft noch so einiges zu hören sein wird. Eine erste Talentprobe hat der Wiener Liedermacher zumindest schon einmal abgelegt.(mt)

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