Son of the Velvet Rat in der Kunstzone Karlsplatz

Dass während der Euro abseits des Fußballs in Wien auch noch kulturelles Leben stattfindet, zeigt sich in der Kunstzone am Karlsplatz. Die täglich stattfindenden Konzerte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mit Son of the Velvet Rat steht am 11. Juni wohl eine der interessantesten heimischen Singer/Songwriter Acts auf der Seebühne vor der Karlskirche.

Schon bevor Georg Altziebler mit Son of the Velvet Rat für Furore sorgte, war er musikalisch tätig. Doch von großem Erfolg waren seine Gastspiele bei den beiden Bands Pure Laine und Bloom 05 nicht geprägt. 2004 beschloss der Sänger und Gitarrist schließlich, es auf eigene Faust zu versuchen und gründete Son of the Velvet Rat. Dabei entpuppte sich der Musiker als wahres Songwriter-Talent, dem es fast spielend gelang, eine hervorragende Nummer nach der anderen aus dem Ärmel zu schütteln. Stilistisch ist die Musik von Son of the Velvet rat am ehesten als Alternative Folk / Country zu bezeichnen. Wie könnte es auch anders sein, wurde das aktuelle Album “Loss & Love” in Nashville, Tennessee aufgenommen.

 

Mit Ken Coomer, dem Ex-Drummer der legendären US-amerikanischen Band Wilco, ist Georg Altziebler zudem auch eine international anerkannte Größe zur Seite gestanden. Dieser fungierte nicht nur als Produzent, sondern übernahm sogleich auch den Part des Schlagzeugers. Ken Coomer bewegte den Altziebler dazu, mit Hilfe eines erweiterten Instrumentariums auch das musikalische Spektrum zu erweitern. Standen auf dem ebenfalls hoch gelobten Debütalbum “Playground” alleine Gitarre, Bass, Mundharmonika und Stimme im Vordergrund, finden sich auf “Loss & Love” Sound-Raritäten wie zum Beispiel Optigan (aus den 70ern, quasi der Vorgänger von klassischen Sampling Machines), Cello oder Hammond Orgel.

 

Zu den Arbeiten und den Mix wurde auch noch Charlie Brocco, der auch schon mit Giganten wie B.B.King und den Talking Heads zusammen gearbeitet hat, hinzu gezogen. Die Mühe hat sich durchaus gelohnt. Entstanden sind 14 melancholisch-geheimnisvolle Stücke, die, sparsam instrumentiert, eine äußerst gelungene Kombination von europäischem Neo-Folk-Chanson und Alternative Country darstellen.

 

Das Publikum in der Kunstzone Karlsplatz darf also einem wirklich besonderen Konzert entgegenblicken. Und wo kann man sich besser vom allgegenwärtigen Stress besser erholen, als bei einem gemütlichen abendlichen Hörerlebnis.(mt)

 

Foto Son of the Velvet Rat: H. Binder

 

 

Son of the Velvet Rat

http://www.velvetrat.mur.at/