
Der vor elf Jahren aus dem südserbischen Nis nach Wien gekommene Bassist und Komponist Nenad Vasilic zählt inzwischen zu den umtriebigsten Musikern der heimischen Jazzszene. Am 25. Mai lädt er gemeinsam mit seinem Trio das Publikum zu einer ausführlichen Leistungsschau seines bisherigen Schaffens ins Wiener Porgy & Bess.
Seine letzte CD mit dem Titel “Honey & Blood” bietet eine Exkursion zu den musikalischen Traditionen des Balkans. Dabei bedient sich Nenad Vasilic des Jazz, welcher der an und für sich schon sehr lebhaften und facettenreichen Musik eine zusätzliche Dimension verleiht. Nicht wenige fühlen sich schnell dazu verleitet, Nenad Vasilics Schaffen mit dem Etikett “Balkan Jazz” zu versehen.
Selber kann der Künstler mit diesem Begriff aber eher wenig anfangen. Zu viele unterschiedliche Elemente finden Eingang in die Kompositionen des selbstbewussten Freigeistes. So meint er selbst, er kann seine Musik nur als seine eigene Musik bezeichnen. Diese sei gleichzeitig Jazz, Ethno, Klassik, Improvisation, Heavy Metal, Rock, Worldmusik und Trash. Ein recht wilder Mix also.
“Honey & Blood” besticht vor allem durch seine enorme Vielschichtigkeit. Durch die Auswahl der Musiker, die aus allen Ecken der Welt stammen, ist ein Album entstanden, welches sich stets im Spannungsfeld der musikalischen “Kulturen” bewegt. Folklore und Jazz verbinden sich bei zu einer liedhaften Melodik, deren rhythmische Basis sich aus der “Wildheit” des Ostens herausbildet. (mt)
