No Cash, No Hope

Hello, I’m Johnny Cash. Fünf Jahrzehnte lang haben diese Worte jedes Konzert von eigentlich DEM Storyteller überhaupt eingeleitet. Am 12. September 2003 hat John R. Cash schließlich für immer die Gitarre aus der Hand gelegt. Anlässlich seines vierten Todestages wird ihm weltweit gehuldigt – so auch in Linz und Wien.

Zum Gedenk-Event wird Ernst Molden, der “begnadete Storyteller mit der singenden Gitarre” (The Gap), am sechsten September in der Linzer Stadtwerkstatt seinen Zugang zum Man In Black vorstellen und Punk-Legene Rainer Krispel mit seiner Geschichte zu Johnny Cash die Herzen erwärmen. Ihre Huldigungen führen die beiden danach auch noch in musikalischer Weise als The Red River Two fort.

 

Weiters wird auch Robert Rotifer, der vor kurzem mit “Before The Water Wars” ein wundervolles britisches Pop-Album veröffentlicht hat, im Rahmen von No Cash No Hope seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Phänomem Johnny Cash präsentieren.

 

Tags darauf finden die Trauerfeierlichkeiten in der Wiener Szene ihre Fortsetzung, wo abermals The Red River Two Americana-Music in der Tradition der ganz Großen, wie Dave Alvin, Kris Kristofferson, Bob Dylan und eben auch Johnny Cash ins Rampenlicht stellen. Daran knüpfen schließlich auch die Lost Compadres, die mit ihren eigenständigen Interpretationen und zwei großartigen Stimmen den Songs der Weiten Amerikas ihre Ehrerbietung erweisen.

 

Ein Ersatz für das Original sind all diese Auftritte, bestenfalls, natürlich gerade einmal ansatzweise. Aber immerhin besser, gemeinsam mit Gleichgesinnten den Tod des Man In Black zu betrauern und ins Bier zu weinen, als das alleine zu machen. Und irgendwie gefällt mir grade die Vorstellung, nachdem ich den Löffel abgegeben habe, durch die Himmelspforten zu schreiten, in der Ferne eine Bühne zu bemerken und aus dieser Richtung die Worte wahrzunehmen “Hello, I’m Johnny Cash”.(mm)