
Ein Beleg dafür, dass hierzulande nicht bloß in den großen Städten wie Wien oder Graz dem Jazz gefrönt wird, sind die immer zahlreicher werdenden kleineren Jazzveranstaltungen am Land. Eine dieser ist das schon seit Jahren stattfindende “Most & Jazz” in Fehring. Vom 10. bis zum 13. September wird dem Publikum in dem kleinen Örtchen in der Steiermark einmal mehr Jazz vom Allerfeinsten geboten.
Dass Veranstaltungen nicht unbedingt immer in ein Spektakel ausarten müssen, um bei den BesucherInnen in positiver Erinnerung zu bleiben, belegt das Jazzfestival “Most & Jazz” in Fehring eindrucksvoll. In einem beschaulichen Rahmen treffen sich Jahr für Jahr heimische und international bekannte Jazz-Acts, um dem Publikum einige Tage lang erstklassige Musik darzubieten. Dazu kommt, dass zumindest ein/e MusikerIn aus bzw. aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt Fehring in führender Funktion in die Projekte involviert ist. Das Konzept dürfte bestens funktionieren, strömen inzwischen doch auch schon BesucherInnen von weit her in das kleine steirische Städtchen. Man mag es kaum glauben, aber Most & Jazz findet heuer bereits zum zehnten Mal statt. Wie es der Veranstaltungsname schon vortrefflich ausdrückt, verbindet das Festival Musik mit kulinarischen Genüssen. So bekommt das Publikum nicht nur musikalische Schmankerl präsentiert, sondern es ist auch für dessen leibliches Wohlbefinden gesorgt. Ein Grund mehr, warum sich Most & Jazz solch großer Beliebtheit erfreut.
Auch in diesem Jahr wird musikalisch ein überaus facettenreiches und abwechslungsreiches Programm geboten, das überaus reich an Höhepunkten ist. Traditionell geht es am Eröffnungstag mit dem so genannten “Aufjazzen” los. Mit der steirischen Sängerin Simone Kopmajer feiert auch sogleich eine echte Lokalmatadorin ihren Einstand in Fehring. Musikalisch begleitet wird die junge Künstlerin von solch hervorragenden Musikern wie Karen Asatrian, Raphael Preuschl und Reinhardt Winkler. In dieser Tonart geht es auch an den darauffolgenden Tagen weiter. Fein gesponnenen Jazz mit kammermusikalischen Einflüssen bietet das Ensemble “triotonic” mit ihrem Programm “the colour of four”. Unterstützt wird das Trio Iglseder, Steger und Wittgruber von Ausnahmetrompeter Lorenz Raab, durch dessen Spiel die Kompositionen zusätzliche neue Facetten erfahren.
Wie weit das stilistische Spektrum des Festivals gefasst ist, zeigt das Konzert von Binder-Krieglstein. Die Band zählt seit Jahren zu den führenden Acts der heimischen Alternativ-Szene und verbindet Einflüsse des Pop und der Elektronik mit jazzigen und volkmusikalischen Klängen. Einer der absoluten Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltung ist mit Sicherheit der Auftritt des inzwischen legendären österreichisch-schweizerischen Jazz-Trios Depart. Zwischen 1985 und 1994 zählte die Formation von Harry Sokal, Heiri Känzig und Jojo Mayer zu den innovativsten Jazzbands im mitteleuropäischen Raum. Die Musik des Dreiers bietet eine explosive und facettenreiche Mischung aus packenden Melodien, aufregenden Rhythmen und virtuos gespielten Soli.
Den Abschluss findet das Festival in einem Konzert des aus der Steiermark stammenden Jazzorganisten Raphael Wressnig. Mit seinem “Raphael Wressnig´s Organic Trio”, aber auch mit anderen international angesehenen Acts bereiste der Musiker bereits die halbe Welt. Für “Most & Jazz” durfte er sich eine Band nach seinem Wunsch zusammenstellen. Entstanden ist ein Septett dem neben Wressnig noch Georg Jantscher, Lukas Knöfler, Horst Schaffer, Robert Bachner, Luis Ribeiro und die amerikanische Saxophonlegende Craig Handy angehören. Ein in der Tat einmaliges musikalisches Ereignis.(mt)
