
Auf Antrag aller im Parlament vertretenden Parteien findet am 3. Juni 2008 im Nationlrats-Sitzungssaal des Parlamentsgebäudes eine parlamentarische Enquete mit dem Thema “ZukunftsMusik. Aktuelle Herausforderungen und musikalische Entwicklungsperspektiven in Österreich” statt. Für die Präsidentenkonferenz, eine auf Initiative von mica-music austria gegründete regelmäßige Zusammenkunft von Organisationen des österreichischen Musiklebens, ist damit ein lange vorbereiteter Wunsch in Erfüllung gegangen. Durch die im Vorfeld von mica – music austria koordinierten Vorbereitungen ist ein historisch einmaliger Themenkatalog im Konsens mit allen am österreichischen Musikleben beteiligten Organisationen von KomponistInnen, MusikerInnen und VertreterInnen der Wirtschaft entstanden. Ein Themenkatalog der auch über die Enquete hinaus ein Arbeitsprogramm darstellt. mica – music austria präsentiert im Rahmen dieser Artikelserie die teilnehmenden Organisationen.
Tradition und Innovation
Geschichte und Gegenwart der Konservatorium Wien Privatuniversität
An der Konservatorium Wien Privatuniversität studieren ca. 850 Studierende in etwa 50 Studienrichtungen – gut ein Drittel davon stammt nicht aus Österreich, sondern aus Ländern aller Kontinente. Viele der ehemaligen Studierenden nehmen international hervorragende Positionen als Solisten, Kammermusiker, Orchestermusiker und Ensemblemitglieder führender Theater ein oder geben ihr Wissen als gesuchte Pädagogen weiter. Zahlreiche internationale Wettbewerbserfolge der Studierenden bestätigen eindrucksvoll das hohe künstlerische Niveau der hier gebotenen Ausbildung.
Im Frühling 1938 erfolgte die Gründung der “Musikschule der Stadt Wien”. Im November des selben Jahres konnte, nach dem Auszug der RAVAG (Radio-Verkehrs-AG), das neu adaptierte Haus in der Johannesgasse 4a im Ersten Wiener Gemeindebezirk bezogen werden – bis heute das Hauptgebäude der Institution. Bereits im Mai 1945 wurde der Unterricht trotz verheerender Kriegsschäden am Gebäude wieder aufgenommen, und im November des selben Jahres konstituierte sich das Haus in einer dreigliedrigen Form: Die “Musiklehranstalten der Stadt Wien” mit den Musikschulen, der Kindersingschule und dem (ehemaligen) “Konservatorium der Stadt Wien” bestanden als administrative Einheit vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum 31. August 2004.
Die Implementierung des Bologna-Prozesses im postsekundären und tertiären Bildungssektor Europas machte eine Neuorientierung der Institution erforderlich. Per 1. September 2004 wurde das “Konservatorium Wien” aus der Wiener Gemeindeverwaltung ausgegliedert und wird fortan als “Unternehmen der Stadt Wien” von einer GmbH getragen, die im Eigentum der Stadt Wien steht.

Akkreditierung als Privatuniversität
Am 15. Juni 2005 wurde das Konservatorium Wien rechtskräftig für fünf Jahre als Privatuniversität akkreditiert. Die neue “Konservatorium Wien Privatuniversität” ist die erste Privatuniversität für Kunst in Wien. Sie versteht sich als Ort praxisbezogener Kunsterschließung und vermittelt im Rahmen ihres außergewöhnlich breiten Studienangebotes in Musik, Musiktheater, Tanz und Schauspiel eine umfassende und vielseitige Ausbildung – in stetem Streben nach einer Balance aus Tradition und Innovation.
Als eine der ersten vergleichbaren Ausbildungsstätten erhielt die Institution eine Abteilung für Jazz. Seit Jahren besteht auch eine eigene Abteilung für Alte Musik. Mit dem Studienjahr 2004/05 wurden die Abteilungen Gesang und Oper zu einer Gesangsausbildungs-Abteilung vereint. Neu konstituiert wurde eine Abteilung für Elementare Musikpädagogik.
Umbau des Haupthauses und Eröffnung eines neuen Standortes
Im Zuge der Akkreditierung des Konservatorium Wien zur Privatuniversität wurde das Haupthaus in der Johannesgasse in zwei Bauetappen umgebaut und neu gestaltet. 2006 wurde im Rahmen eines übergeordneten Gestaltungskonzeptes – aufbauend auf der Neuorganisation und Neugestaltung von Bibliothek, Instrumentenarchiv und Studienreferat 2005 – u. a. ein Konzertsaal samt Akustik- und Haustechnikerfordernissen gänzlich umgebaut, ein neuer auskragender multifunktionaler Raum mit einem raumhohen Glaserker im zweiten Obergeschoß geschaffen, die Bibliothek im ersten Obergeschoß sowie der Eingangs-, Empfangs-, Foyer- und Buffetbereich im Erdgeschoß adaptiert und erweitert.
Mit der Eröffnung des Standortes Bräunerstraße 5, wenige Gehminuten vom Haupthaus entfernt, wurde 2007 ein weiterer Meilenstein für die Konservatorium Wien Privatuniversität als interdisziplinäre Ausbildungsstätte gelegt. Neben der Singerstraße, wo sich die Abteilungen Gesang und Oper, sowie Alte Musik befinden, findet man in der Bräunerstraße gleich fünf Abteilungen unter einem Dach: Jazz, Musical, Schauspiel, Pädagogik für Modernen Tanz und Ballet.