
So wirklich lässt sich das, was Kompost 3 musikalisch so fabrizieren, nicht in eine Schublade stecken. Denn Martin Eberle (Trompete, Flügelhorn), Benny Omerzell (Orgel, Fender Rhodes), Manu Mayr (Elektronik, Bass) und Lukas König (Schlagzeug, Samples) entziehen sich in ihren Stücken so ziemlich allen möglichen Deutungen und Begrifflichkeiten. Als Vertreter der jungen Generation im Außerkraftsetzen und Überwinden traditioneller Denkmuster geschult, wandeln sie mit offenen Augen durch die vielen Spielformen. Sie spannen Brücken, führen Dinge zusammen, die auf den ersten Blick alles andere als kompatibel erscheinen, und erschaffen sich auf diesem Wege ihren ganz eigenen Sound, der vielschichtig, schräg und gefällig zugleich erklingt. Die Stücke swingen, rocken, grooven und überraschen immer wieder mit spontanen Wendungen und Richtungsänderungen.
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Der Improvisationsanteil bleibt durchgehend hoch, was den vier Musikern die Freiheit und den Raum gibt, sich vollends zu entfalten. Was von Martin Eberle, Benny Omerzell, Manu Mayr und Lukas König in Gang gesetzt wird, ist eine musikalische Kettenreaktion, der, wenn einmal gestartet, kaum mehr Einhalt geboten werden kann. Was das Viergespann in Perfektion beherrscht, ist das kunstvolle Zuwerfen und Weiterverarbeiten von Ideen, das Beschreiten und Erkunden neuer Pfade, die einfach überall hinführen können, nur nicht ins Gewöhnliche. Kompost 3 ist ein Musikerlebnis der Extraklasse, eine unterhaltsame Achterbahnfahrt durch die unterschiedlichsten Klangwelten, eine akustische Wanderung mit unbekanntem Ziel. Kurz: eine wirklich spannende Sache, die man sich als Musikliebhaber auf alle Fälle einmal zu Gemüte führen sollte. (mt)
Kompost 3