Einen Monat lang ist das Akkordeon auf diversen Wiener Bühnen im Mittelpunkt gestanden. Einmal mehr ist von den MusikerInnen unter Beweis gestellt worden, wie vielseitig einsetzbar das Instrument sein kann. Am kommenden Wochenende geht nun auch das 9. Internationale Akkordeonfestival in seine letzte Runde und lädt das Publikum zum großen Finale ein.
So wie das Festival vor rund vier Wochen begonnen hat, so geht es auch zu Ende. Auf dem Programm stehen drei außergewöhnliche Formationen, die ohne Zweifel zu den führenden Ensembles der internationalen Weltmusikszene zu zählen sind. Den Anfang am Samstag den 22. März macht das hochkarätig besetzte und in Wien beheimatete Ensemble Dobrek Bistro im Wiener Orpheum. Wer das Quartett bereits einmal auf der Bühne bewundern durfte, der weiß, welch Hörerlebnis da auf einen zukommen kann. Dobrek Bistro zünden ein musikalisches Feuerwerk voller Lebenslust und mit viel Spielwitz. Tags darauf ertönen im Metropol kreolische Klänge, welche von Nathan Williams und seiner Begleitband The Zydeco Cha-Chas vorgetragen wird. Der Amerikaner spielt wie kein anderer den Stil mit dem Namen Zydeco, eine vom Akkordeon und Waschbrett angetriebene kreolische Tanzmusik aus Süd-Louisiana. Gemeinsam mit seinem Bruder Dennis an der Gitarre und seinem Cousin Mark am Waschbrett versprüht er südstaatliches Flair, wie es nur wenige andere Musiker können.
Am Montag dem 24. März kommt es noch einmal zu einem richtigen Höhepunkt. Mit Alessandro Kramer ist eines der größten musikalischen Talente Brasiliens zu gast im Theater Akzent. Seit dem 13. Lebensjahr spielt der feurige Musiker aus dem süd-brasilianischen Vacaria das Akkordeon, jongliert dabei traditionelle Stile Südbrasiliens und Nordargentiniens mit zeitgenössischer Kunstmusik zwischen Folk, Jazz und Klassik, um bei “Neuer brasilianischer Musik” anzukommen. Erstmals spielt er jetzt mit Alegre Corrêa, einer Institution brasilianischer Musik in Österreich und dem Gitarristen Guinha Ramirez, einem Saitenartisten mit ungeheurem Groove, der Corrêas Gitarrenlehrer war und ein Jahrzehnt mit diesem spielte. Das diesjährige Festival beschließt schließlich das Quartett Dancas Ocultas. Die vier jungen Musiker aus Portugal spielen ruhig, lyrisch, mehr oder minder traditionell, mit vier diatonischen Akkordeons. Musiker Dörfliche Musik, Tango Nuevo und Kammermusik liefern wichtige Impulse. Es entsteht “impressionistischer Folk”: Minimale Klanggemälde voller Tiefe, von erhabener Melancholie.

