Die Open House Sessions starten auf Okto am 3. Oktober mit Diver

Es ist soweit! Am 3. Oktober, 22h startet die Ausstrahlung der zehnten Open House Sessions auf dem Wiener Fernsehsender Okto. Ab diesem Zeitpunkt wird über 10 Wochen hinweg wöchentlich ein von They Shoot Music produziertes Porträt einer spannenden heimischen Band ausgestrahlt. Den Anfang machen Diver. Auf musicaustria.at gibt es die Folge eins exklusiv schon vor dem ersten Sendetermin zu sehen. Weitere Videos folgen natürlich.

Porträt: Diver

Noch handelt es sich bei Diver um eine Art Geheimtipp, was sich aber, liefert die dreiköpfige deutsch-österreichische Band weiterhin so qualitätsvolles Material wie das selbstbetitelte und im Frühjahr 2011 erschienene Debüt ab, wohl mit Sicherheit in Bälde ändern wird. Hier sind es nicht die großen pathetischen Gesten des Pop, die regieren, nicht das Erfüllen von modebestimmten Erwartungen, vielmehr offenbaren sich in der die Musik des Dreiers tiefste, von hoher Authentizität getragene Emotionen. Wolfgang Bruckner (Gesang, Gitarre), Stephan Ebert (Gitarre, Gesang, Melodica) und Olaf Schuberth (Gitarre, Gesang, Piano) bedürfen für die höchst eigenständige Umsetzung ihrer eigenen musikalischen Visionen nicht viel. Akustisch von allem unnützen Ballast befreit, sind es vor allem die leisen, zurückhaltenden und melancholischen Töne, welche den Charakter ihrer dennoch sehr vielschichtigen und irgendwo zwischen Indiepop und Folk angesiedelten Songs ausmachen.

Beginnen tut die ganze Geschichte an einem lauen Sommerabend in einer Wohnung irgendwo im großen und angesagten Berlin. Stephan Ebert und Wolfgang Bruckner fassen den Entschluss, es als Duo gemeinsam zu versuchen. Weil man dieselben musikalischen Vorlieben teilt, sind die ersten Songs auch schon schnell geschrieben und aufgenommen. Zwecks Qualitätskontrolle schickt man diese an Olaf Schuberth, der zu dieser Zeit in München weilt. Dieser zeigt sich von dem was er hört begeistert, werkelt an dem Material ein wenig herum und lässt die von ihm überarbeiteten Lieder wieder seinen beiden befreundeten Kollegen in Berlin zukommen. Ein etwas ungewöhnlicher aber umso kreativerer und fruchtender Entstehungsprozess. Am Ende dieses steten Austausches von Ideen stehen schließlich eine Reihe erstklassiger Songs, die nur darauf warten, zu Gehör gebracht zu werden. Das erste Aufeinandertreffen der drei Musiker nach dieser  längeren Schaffensphase mündet schließlich auch in der Gründung der Band, welche auf den Namen Diver getauft wird. Anfang 2011 folgt auch schon die selbstbetitelte 6 Track Debüt EP, welche allerorts viel Anklang findet.

Vor allem deshalb, weil das Dreiergespann seine ganz eigene spannende und interessante Version von Popmusik verfolgt. Klar, die Ingredienzen Folk, Indiepop und Liedermachertum in Kombination hat es schon früher gegeben, wie aber Stephan Ebert, Wolfgang Bruckner und Olaf Schuberth diese in ihren Songs zu verpacken wissen, zeugt schon von einem ausgeprägten Gespür für exzellentes Songwriting. Diver wissen ganz genau, wie sie was zu welcher Zeit in Szene zu setzen haben, wie sie Stimmungen und Atmosphäre erzeugen können. Angetan haben es den drei Musikern vor allem die eher leisen Töne, laut werden sie eigentlich nie. Es sind dieser reduzierte Ansatz, diese undefinierbare Unaufgeregtheit und eine fast schon edel anmutende Zurückhaltung, welche der Musik von Diver ihren eigenständigen, unverwechselbaren und sehr gefühlsbetonten Charakter verleihen. Zumeist reichen der Band alleine die Akustikgitarren und Wolfgang Bruckners zerbrechlicher Gesang, um wirklich beeindruckende und fesselnde Nummern in die Welt zu setzen. Solche, die im Tenor zwar durchgehend melancholischer Natur sind, aber zu keinem Zeitpunkt Gefahr laufen, sich in den Untiefen des Mainstream-Pops zu verlieren.

Diver schreiben Stücke, die schlicht berühren und denen auf alle Fälle Gehör schenken sollte. Eines ist nämlich sicher: von diesem außergewöhnlichen deutsch-österreichischen Dreiergespann wird man in Zukunft nach einiges zu hören bekommen. (mt)