
Ganz im Zeichen balkanesker Klänge steht der Konzertabend am 26. Mai im Grazer Jazzclub Cafe Stockwerk. Die aus Bulgarien stammenden und hierzulande sehr hochgeschätzten Gebrüder Wladigeroff laden gemeinsam mit ihren beiden Mitmusikern Dimitar Karamitev und Plamen Samandjiev das Publikum auf eine akustische Reise in ihre Heimat ein. Musikalisch beschreitet das Quartett Balkanski Ogan einen höchst interessanten Weg, der so unterschiedliche Stile, wie die traditionelle südosteuropäische Folklore und den modernen Jazz unter einen Hut bringt.
Vor gut vier Jahren beschlossen die aus Bulgarien stammenden Gebrüder Alexander und Konstantin Wladigeroff, ihre Zelte in Wien aufzuschlagen. Es dauerte nicht allzu lange, bis ihr musikalisches Können in aller Munde war. Zahlreiche mitreißende Konzerte trugen dazu bei, dass der Bekanntheitsgrad der Beiden innerhalb der österreichischen Weltmusikszene schnell anwuchs. Kein Wunder also, dass auch heimische Größen wie Fatima Spar und die Freedom Fries, Ljubinka Jokic oder etwa Otto Lechner zu den Fans der Brüder zählen. Dennoch wäre es falsch, die Beiden alleine auf den Bereich der Balkanmusik zu reduzieren. Alexander an der Trompete und Konstantin am Piano sind herausragende Musiker, die mit Freude die Grenzen der Stile auszuloten versuchen.
So auch in ihrem aktuellen Bandprojekt “Balkanski Ogan”. Gemeinsam mit ihren Landleuten, dem Flötisten Dimitar Karamitev und dem Akkordeonisten Plamen Samandjiev gelingt es den beiden Musikern erneut, virtuos gespielten Jazz mit starken folkloristischen Einflüssen in einer fast unnachahmlichen verspielten Art und Weise in Verbindung zu setzen. Trotz der an und für sich komplexen Kompositionen verlieren sich die Musiker nie in allzu ausartenden Spielereien, sondern behalten stets den Roten Faden in den Augen. So fügen sich die Elemente der traditionellen rhythmisch halsbrecherischen bulgarischen Musik nahtlos an moderne Jazz-Entwürfe. Die ungemeine Spielfreude der hochtalentierten jungen Musiker ist bei jedem Ton zu verspüren und wirkt auf den/die HörerIn geradezu ansteckend. Daher sollte all diejenigen, die abwechslungsreiche und auch sehr tanzbare Musik zu schätzen wissen, auf jeden Fall einen Besuch des Konzerts im Grazer Stockwerk Jazz in Erwägung ziehen.(mt)