Am Strom gerappt, gesprayt und gefreestylt

Texta tut es, Madoppelt tut es, Manuva tut es, das Dampfende Ei tut es, die Vamummtn tun es, die Waxos tun es, die Hörspielcrew tut es und die Aphrodelics tun es sowieso: Sie alle treten am 28. und 29. Mai Am Strom im alten Strombad in Greifenstein an der Donau auf. Und nicht nur das: Street Art und Break Dance ein Freestyle Corner oder eine Hip Hop Bibliothek dürfen bei der zweiten Ausgabe des ersten Festival für die österreichische Hip Hop Kultur auf keinen Fall fehlen.

Den Jingle zur Hip Hop Sause steuerte niemand geringerer als Kamp bei. „Ein essenzielles Festival, damit der Rest der Welt die Fresse hält. Es sind mehr Freaks geladen als von Claudia Bandeon Ortner!“ rappt der 27.jährige Wiener in gewohnt frecher Manier. Und das Line up kann sich auch mehr als nur sehen lassen: Hier reicht das Who is Who der heimischen Hip Hop Prominenz das Mic in die Runde. Texta, deren Rapper Skero, mit seinem wohl für ihn auch eher unerwarteten Sommerhit Kabinenparty via Facebook in die Ö3 Top Ten gehievt wurde und der mitlerweile etwas zwischen den Stühlen Kommerz und Underground platzt genommen haben dürfte, sind gemeinsam mit dem Dampfenden Ei Hedliner am ersten Tag. Da werden sich Songs wie „Fragestunde“, „Sprachbarrieren“ oder „3 Uhr 10“ die Köpfe zum nicken bringen.

Die Waxolusionists, die mit ihren Tracks „Nachtschattengewächs“ und „Freifach Musik“ vor ein paar Jahren veritable FM4-Hits ablieferten und sogar mit Andre Heller einen Song aufnahmen gelten auch zu den großen der heimischen Rapszene. Die Vamummtn, die noch keine nennenswerten Plattenaufnahme vorweisen können, haber aber via web 2.0 mit Myspace Youtube und Facebook tausende Fans gewonnen. In ihren Songs ziehen sie Krocha und Gangstarapper gleichsam durch den Kakao.

Madoppelt, der gerade sein neues Album Hybrid mit im Gepäck hat, produziert Videos in denen abgehalfterte Ex-Freundinnen von alternden Society-Baumeistern leicht bekleidet um die ‘Wette tanzen. Die Burgenländische Hörspielcrew wird ihre gewohnt chilligen Tracks im Publikum verbreiten. Auch das Publikum selbst, soll aktiv ins Geschehen eingreifen. So wird es die The Message-Werkstatt geben, bei der Zuschauer Künstler interviewen und somit für die Herbstausgabe des einzigen österreichischen HipHop-Magazins mitverantwortlich sind.

Durch das Festival führt der untriebige Bremer Wortakrobat Flowin Immo, der mit seinem Song Urlaub am Attersee für Deutschland beim Eurovisionssongcontest ins Rennen gehen. Er ist aber leider bei der Vorauswahl zu selbigen gescheitert. Sein Können wird er aber ebenso wie die Aphrodelics, Manuva oder die vielen anderen auch sehr sehenswerten Bands bei der zwei-Tages Sause in Greifenstein unter Beweis stellen. (me)

Fotokredit: Am Strom

 

http://www.amstrom.at