
Inzwischen kann man ja von einer Art Gütesiegel sprechen, denn wo auch nur in irgendeiner Form Jazzwerkstatt Wien draufsteht, bekommt man wirklich erstklassige musikalische Kost geboten. Schon die vorangegangen ZOOM! Nights Veranstaltungen haben aus musikalischer Sicht alles andere als enttäuscht, wurde von den Beteiligten doch immer viel Neues, Eigenwilliges, Experimentelles, Schräges und Innovatives dargebracht. Und auch dieses Mal verspricht der Konzertabend einer zu werden, der den Blick auf den Begriff Jazz einmal mehr in die eine oder andere Richtung verrücken wird.
Schon die den Anfang machende junge Formation INTERZONE fällt mit ihrem musikalischen Ansatz doch weit aus dem Rahmen des Gewöhnlichen. Das sich um den begnadeten Trompeter Mario Rom scharrende Dreiergespann verzichtet bewusst auf ein Akkordinstrument, um sich die größtmögliche Freiheit zu bewahren, von allen vermeintlichen Richtungsvorgaben vollkommen losgelöst agieren zu können. Gemeinsam mit Lukas Kranzelbinder (Bass) und Herbert Pirker (Drums) beschreitet Mario Rom im Geiste der Improvisation Pfade, die wirklich überall hinführen können.
Nicht weniger spektakulär mit allem Traditionellen bricht das aus den beiden Freigeistern Manu Mayr (Bass und Bass Synth) und Andreas Harrer (Laptop und Drum Computer) bestehende Zweiergespann “gusfuzz”. Ihre ganz eigene musikalische Vision verfolgend, ist ihre klangliche Sprache einer Art, die nicht und nicht einer bestimmten Kategorie entsprechen will. Was sie betreiben, ist die kunstvolle Auflösung aller Strukturen mit dem Ziel, die einzelnen Elemente in neuer Form aufgehen zu lassen. Ein Album des Duos soll in Kürze erscheinen.
Beendet wird die ZOOM Night! mit dem inzwischen fix im Programm verankerten Scene Mash-up, welcher dieses Mal von Alexander Hofmayr (Bass, Computer), Mona Matbou-Riahi (Klarinette, Gesang), Simon Zöchbauer (Trompete, Zither, Gesang) und Ayrin Moradi (Piano, Radios, Toys) bestritten wird. Im Quartett bereisen sie gemeinsam den akustischen Raum auf der Suche nach Klängen (in) der Stille. Dabei begegnet ihnen manch Altbekanntes, das sie ein kurzes Stück begleitet, um sogleich gefühlvoll zermalmt zu werden.
Foto Mario Rom Trio: Severin Koller