ZNAP – „Boa Boa“

Ein wunderbar abwechslungsreicher und von allen möglichen musikalischen Konventionen losgelöster eigenständig-moderner Klang des Jazz, der sich auch den offenen Formen nicht verschließt, genau mit einem solchen präsentiert das Trio ZNAP auf seinem zweiten Album „Boa Boa“ (Waschsalon Records).

Cover Boa Boa
Cover Boa Boa

Leonhard Skorupa (Saxofon), Lukas Aichinger (Schlagzeug) und Gregor Aufmesser (Kontrabass) unterstreichen auf ihrem zweiten Album, dass sie in Sachen Jazz ihre Hausaufgaben erledigt haben und sie sich in diesem musikalischen Metier wirklich vortrefflich zu bewegen wissen. Der Sound, den die drei Musiker zu Gehör bringen, schwingt erfrischend eigen und unkonventionell und führt das Genre auf aufregende Weise in die Moderne, ohne aber – und das ist das Schöne an der ganzen Sache – das Klassische komplett außen vor zu lassen.

Ein Jazzklang lässiger Note

Was „Boa Boa“ wirklich herausstechen lässt, ist der unglaublich ungezwungene und lässige Charakter der Nummern gepaart mit dem überaus weit gefassten musikalischen Rahmen, in dem sie ihren Ausdruck finden. Man hört den Stücken an, welch Spaß die drei Beteiligten am Einspielen ihrer Musik gehabt haben. Es wirkt fast so, als hätten Skorupa, Aichinger und Aufmesser einfach nur – einzig von ihrem Gefühl geleitet – munter drauf losgespielt und geschaut, was dabei herauskommt. Natürlich war dem nicht ganz so, die Stücke entspringen schon Kompositionen, dennoch, die offene und stilistisch uneingeschränkte Art mit der das Dreiergespann diese mit improvisatorischen Einwürfen, klanglichen Experimenten und dem steten Wechselspiel zwischen Energie, Ruhe, geradlinigem Groove und rhythmischer Vertracktheit zum Leben erwecken, entwickelt schon einen ganz bestimmten Reiz.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ZNAP mit „Boa Boa“ ein Album gelungen ist, das alle Stückerl spielt und den Jazz in einem Klang darbietet, der einfach Spaß macht und unterhält. Skorupa, Aichinger und Aufmesser treffen in ihren Sound genau den Ton, der einen sofort einfängt und nicht mehr loslässt. Eine wirklich schöne Geschichte.

Michael Ternai

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