ZaVocc zu Gast im Stockwerk Jazz

Bei ZaVocc handelt es sich um ein Trio, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Jazz auch hin zu anderen Musikstilen und –formen zu öffnen. Quasi alle traditionellen Begrifflichkeiten über Bord werfend, versuchen Christoph Cech, Raimund Vogtenhuber und Werner Zangerle, die drei Köpfe hinter diesem Projekt, über die Verbindung von Improvisation und Komposition ihre ganz eigene Interpretation dieses Genres zu verwirklichen. Sie lassen den Jazz auf die elektronische Musik, die Klangkunst und verschiedene Formen des Noise treffen, mal eher melodiebetont und zurückhaltend, dann frei von allen Strukturen und verspielt bis hin zum vermeintlich kompletten Lärm tendierend, bringen sie auf diese, von allen Scheuklappen bereifte Art Stücke auf den Weg, in denen sich alles in ständiger Bewegung befindet und quasi alles passieren kann. Was es auch natürlich tut. Live erleben kann man das eigenwillige Dreiergespann am 7. Feber im Stockwerk Jazz in Graz.

Christoph Cech, Pianist und Leiter des Instituts für Jazz und improvisierte Musik an der Bruckneruniversität in Linz, Saxophonist Werner Zangerle und Elektroniker Raimund Vogtenhuber gehören nicht unbedingt jener Gattung von Musikern an, die sich in ihrem künstlerischen Streben von Grenzen stilistischer Natur beeindrucken lassen. Ganz im Gegenteil, für die drei Instrumentalisten stellen diese mehr die nachdrückliche Herausforderung dar, sie einfach allen Konventionen zuwiderlaufend zu überschreiten.

Die Musik von ZaVocc erscheint wie eine an Facetten und Klangfarben sehr reiche akustische Soundcollage, in der die unterschiedlichen Elemente auf sehr vielschichtige miteinander verwoben werden. Das Schöne an ihren Stücken ist, dass sie ihre Geheimnisse niemals bereits nach den ersten Tönen preisgeben. Sie entwickeln und formen sich, sie nehmen über etlichen Stilbrüche und aberwitzige Wendungen einmal die eine Richtung, dann wieder eine andere. Man weiß eigentlich im Vorhinein nie wirklich, wohin die Reise einen letztlich hinführt, was aber auch besonderen den Reiz des musikalischen Ansatzes dieser drei musikalischen Freigeister ausmacht.

Um Christoph Cechs dezentes, aber umso wirkungsvoller in Szene gesetztes und melodiebetontes Klavierspiel spinnen Werner Zangerle und Raimund Vogtenhuber behutsam ein dichtes Netz aus Klängen, Geräuschen und atonalen Einwürfen, das ein Mehr an Atmosphäre und Stimmung erzeugt, als man bei von ähnlichen Versuchen vorfindet. Eine interessante und spannende Sache, mit der man sich als Liebhaber der etwas experimentelleren musikalischen Entwürfe auf jeden Fall einmal etwas näher beschäftigen sollte. (mt)

http://www.christoph-cech.com/
http://wernerzangerle.com/
http://www.vogtenhuber.com/
http://stockwerkjazz.mur.at/