Porträt Philip Yaeger mit Posaune
Philip Yaeger (c) Severin Koller

YAEGER – „Hunter“

Ein Stück Musik, das sich auf aufregende Weise jeder eindeutigen Kategorisierung entzieht: PHILIP YAEGER zelebriert mit seiner Band auf dem neuen Album „Hunter“ (Jazzwerkstatt Records) einen Ton des Jazz, der die Grenzen hin zu anderen Stilen und Spielformen in ungemein lässiger Manier überwindet.

Nun, da kennt einer wohl überhaupt keine Einschränkung, zumindest lässt eine erste Hörprobe dieses Albums den Schluss zu, dass hier jemand am Werken ist, der sich mit Vergnügen über jede musikalische Barriere hinwegsetzt. Philip Yaeger profiliert sich auf seinem neuen Werk „Hunter“ als ein Musiker, der sich in den unterschiedlichsten stilistischen Feldern pudelwohl fühlt und dies in seinen Nummern auch auf wirklich umwerfende Weise zum Ausdruck zu bringen versteht. Lauscht man sich durch seine Nummern, kommen einem sofort die Begriffe „Grenzenlosigkeit“ und „Vielfalt“ in den Sinn.

Eine musikalische Mischung, die zündet

Albumcover "Hunter" des Posaunisten Philip Yaeger
Albumcover “Hunter”

Der aus den USA stammende und seit vielen Jahren in Wien lebende Posaunist und Komponist baut mit seiner mit Martin Eberle (Trompete), Andreas Broger (Saxofon), David Cinquegrana (Gitarre), Nathan Peck (Kontrabass), Yonadav Halevy (Schlagzeug) und Benny Omerzell (Keyboards) hochkarätig besetzten Band musikalische Brücken nach Belieben, er durchquert die Epochen der Musikgeschichte, wie es ihm gefällt, und verbindet Traditionelles mit Modernem, als ob es nicht Leichteres gäbe. Der Ton des Jazz in all seinen unendlich vielen Facetten – von großformatig bis minimalistisch – wird von den Beteiligten ebenso zum Erklingen gebracht wie auch der des alternativen und psychedelischen Rock, Blues und Funk, das experimentelle, vertrackte und schräge Spiel wird von ihnen genauso ausgelassen zelebriert wie auch das Feingliedrige, Ruhige und Gediegene.

Es ist die Mischung gepaart mit einer unbändigen musikalischen Leidenschaft, die hier den Unterschied ausmacht. Die Art, mit der Philip Yaeger und seine Band die einzelnen Elemente ineinanderfließen lassen und ihre Melodien und Improvisationen in spannungsgeladene, sich stetig verdichtende Bögen einer ganz eigenen Soundästhetik verwandeln, wie sie an der Intensitätsschraube drehen, zeugt von einem breiten Verständnis dafür, wie man mit Musik eine Stimmung erzeugt, die einen sofort in ihren Bann zieht.

Das Geschehen auf „Hunter“ pendelt sich auf aufregende Weise zwischen entfesselter Energie, geheimnisvoller Note, lässigem und smoothem Anstrich, wilder Ekstase und berührender Melancholie ein und sorgt für ein wirklich wechselhaftes musikalisches Vergnügen, an dem man längere Zeit seine Freude hat.

Michael Ternai

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