
Nun, eines kann man mit Gewissheit sagen, der pathetische Mainstream-Rocksound ist nicht unbedingt die musikalische Heimat des Fünfers aus Niederösterreich. Florian Kargl (Gesang, Gitarre), Alexander Lausch (Gesang, Gitarre), Alexander Würrer (Gesang, Bass), Marc Bruckner (Schlagzeug) und Stefan Haslinger (Orgel), die fünf Köpfe hinter Freischwimma, haben da schon eine eigene Vorstellung davon, wie sie zu Werke gehen. Fern jeder Anbiederung an aktuelle Strömungen verwirklichen sie sich ohne den Anflug irgendwelcher überbordenden Gesten, eine erfrischend direkten, ungekünstelten und authentischen Sound, einen, der vor allem natürlich auch von den in der Mundart gesungenen Texten lebt. Die Combo aus dem Waldviertel hat Geschichten zu erzählen und tut dies auch, ohne sich in irgendeiner Form ein Blatt vor den Mund zu nehmen, mal auf eine schön bissige Art, dann wieder auf eine eher nachdenkliche.
Es ist aber nicht nur der Umstand, dass hier im Dialekt gesungen wird, der den Unterschied ausmacht. Die fünf Jungs zeigen, dass sie doch weit mehr auf dem Kerbholz haben und musikalisch doch mit allen Wassern gewaschen sind. Sie wissen, wie man abwechslungs- und variantenreiche Nummern auf den Weg bringt, wie man Melodien in durchdachten und nicht dem Schema F folgenden Arrangements in Szene setzt, sodass sich diese eben nicht schon nach dem ersten Durchhören in belanglosen und oberflächlichen Gefilden verlieren. Irgendwo zwischen Rock, Blues, modernem Liedermachertum und einzelnen Popverweisen angesiedelt, offenbart die musikalische Sprache der Freischwimma einen fast schon zeitlosen Charakter, einen, der alles andere als irgendwie rein und glattpoliert, erfreulicherweise auch im Klang genügend Ecken und Kanten zulässt. Eine durch und durch runde Sache. (mt)
Foto Freischwimma: Andreas Jakwerth
Freischwimma (Facebook)