Bild (c) Theresa Pewal

wellenklænge 2020 – Verbunden & Vernetzt

Unter dem diesjährigen Motto „Verbunden & Vernetzt“ bietet das Festival wellenklænge in Lunz am See auch heuer wieder ein spannendes Programm aus zeitgenössischen Musikströmungen – wenn auch unter veränderten Umständen. Von 17. Juli bis 1. August 2020 sind Musikinteressierte eingeladen, in dem atemberaubenden Ambiente der Seebühne in Lunz am See an fesselnden Konzerten aus verschiedensten Musiksparten teilzunehmen.

Die wellenklænge bieten Künstler*innen aus der Klassik, dem Jazz und Folk, der Volks- und Weltmusik und vielem mehr ein Podium, sich auf kreative Art und Weise mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Durch das Zusammenspiel zahlreicher Musikrichtungen lassen die Künstler*innen spektakuläre Klangwelten entstehen, die sich über Grenzen hinweg-setzen und Musik als eine universelle, herzerwärmende Sprache verkörpern.

Der Lunzer See gibt eine unübertreffliche Naturkulisse für ein Festival ab, das sich die Freiheit nimmt, im kleinen Rahmen Experimente zu ermöglichen und neue Wege in der Performance zu suchen.

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Julia Lacherstorfer & Simon Zöchbauer (c) Theresa Pewal

Julia Lacherstorfer & Simon Zöchbauer zum diesjährigen Festivalthema

Das Jahr 2020 haben sich alle anders vorgestellt, auf eine sonderbare Weise passt das Festivalthema „Verbunden & Vernetzt“ mehr denn je zur gegenwärtigen Situation, rücken Covid-19 und etwaige Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregeln diese zwei Begriffe doch immer wieder in den Fokus. Die Covid-Krise hat uns vor Augen geführt, dass wir Teil eines globalen Gefüges sind. Was heißt es für eine globale Gesellschaft, verbunden und vernetzt zu sein? Wo entdecken wir Verbundenheit, wo erkennen wir Abhängigkeit und wo dürfen wir diese auch akzeptieren?

Unser Wohlbefinden ist untrennbar mit dem Wohlbefinden anderer verbunden. Gerade weil dieses Grundbedürfnis in unserem gelebten Alltag oft nicht an erster Stelle steht, rücken die wellenklænge heuer die Verbundenheit und das uns haltende soziale Netz ins Zentrum des Festivals. Zwei Wochen lang wird erlebbar gemacht, was in den letzten Monaten doch schmerzlich vermisst wurde: soziale Nähe, Kunst und Kultur.

In welcher Form kann Musik Verbundenheit schaffen und Menschen zusammenbringen? Was können wir von gleichschwingenden Instrumenten lernen? Welche Bedeutung haben Kooperationen und das „gemeinsam an einem Strang ziehen“, wie es beispielsweise in einem Ensemble unerlässlich ist? Kann Musik helfen, das Gefühl, von anderen getrennt zu sein, zu überwinden?

Wir freuen uns sehr, dass die wellenklænge 2020 stattfinden, auch wenn dies unter beson-deren Umständen und mit einigen Programmadaptierungen geschieht. Auf Künstler*innen aus dem Ausland muss heuer leider großteils verzichtet werden, da dies nach wie vor schwer planbar ist und wir jegliches Risiko minimieren möchten, zusätzlich musste die Anzahl der Tickets stark eingeschränkt werden. Wir blicken dennoch voller Vorfreude auf ein unvergessliches Festival in diesem Sommer.

PROGRAMMHIGHLIGHTS

Eröffnungskonzert
Sisterhood
Freitag, 17. Juli 2020, 19 Uhr
AUSVERKAUFT

Marie Spaemann (c) Andrej Grilc / LYLIT (c) Peter Grillmair / Sigrid Horn Trio (c) Magdalena Blaszczuk

Die Tür von Emotion zu Ausdruck lässt Sängerin und Komponistin LYLIT gerne offen. Das ist kein Geheimnis. Ihre Musik verschafft sich Gehör, drängt sich auf und lässt sich nicht in den Alltagslärm integrieren. Wer sich LYLITs Musik anhört, darf keine Angst davor haben, sich tiefen Sehnsüchten und intensiven Gefühlen zu öffnen und sich diesen hinzugeben. Nachdem sie vor einigen Jahren vom damaligen CEO des legendären Motown-Label, Kedar Massenburg, unter Vertrag genommen wurde, folgten zwei EPs, die iTunes Single Of The Week in den USA sowie zahlreiche Tourneen durch Europa.

Der musikalische Weg der Cellistin und Singer-Songwriterin Mela Marie Spaemann ist von einer regen und vielseitigen Konzerttätigkeit sowie ihrem neugierigen Zugang zu den unterschiedlichen Formen des Kunstschaffens geprägt. Er führte sie von der Klassik über den Jazz bis hin zu dem Punkt, selberSongs zu schreiben. Mit ihrem Cellospiel gewann sie den internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb in Pörtschach, schon wenige Jahre später tourte sie als Solo-Vorband und Sängerin des Elektroswing-Pioniers [dunkelbunt] durch Deutschland und Österreich. Nachdem sie zeitweise intensiv mit einer Loop-Station arbeitete, legte sie den musikalischen Fokus für ihr 2019 erschienenes Solo-Album „GAP“ ganz klar auf ihre Stimme und das Cello. Unkonventionell und ohne Rücksicht auf Grenzenbewegt sie sich zwischen Pop, Soul und Jazz.

Sigrid Horn ist nirgendwo zu Hause, macht es sich aber schnell bequem. Sowohl räumlich als auch künstlerisch pendelt sie zwischen Land und Stadt, nimmt Einflüsse von beidem in ihre Musik auf und singt in nicht zuordenbarem Dialekt. Mit ihrem Lied “baun“ über die Zersiedelung von Landschaften, Klimawandel und Fluchtbewegungen gewann sie 2019 den FM4-Protestsongcontest. Die Themen ihrer Songs sind nach wie vor vielschichtig, persönlich und politisch. Sie wühlt in der eigenen Familiengeschichte und setzt diese in einen zeitgeschichtlichen Kontext. Sie seziert ihr eigenes seelisches Innenleben und berührt ihre Zuhörer*innen damit an Stellen, von denen diese nicht einmal gewusst haben, dass es sie gibt. Auf dem Eröffnungskonzert tritt sie mit Sarah Metzler und Bernhard Scheiblauer als Sigrid Horn Trio auf.

Art of Solo
Jelena Popržan (SRB, AT)
La Folia
Donnerstag, 23. Juli 2020, 19:30 Uhr

Bild Jelena Popržan
Jelena Popržan (c) Sasha Osaka

Vor etwa zehn Jahren eroberte Jelena Popržan gemeinsam mit Rina Kaçinari als Duo Catch-Pop String-Strong die Bühnen der Bundeshauptstadt Wien. Später festigte sie mit Madame Baheux und Sormeh ihren Ruf als einfallsreiche Arrangeurin, expressive Stimmkünstlerin und Entertainerin mit komödiantischem Talent und politischem Engagement. Und nun ist es endlich soweit: Anfang 2020 präsentierte sie ihr erstes Solo-Album und erwartungsgemäß lässt sie sich dabei stilistisch nicht wirklich verorten. Sie bedient sich zahlreicher Genres wie Neue & Alte Musik, World, Singer-Songwriting, Kabarett, Neues Wienerlied, Folk und Jazz. Entsprechend vielseitig wird auch ihr Solo-Auftritt bei den wellenklængen 2020 werden. Eine abwechslungsreiche Revue mit Songs, Kompositionen und großartigen Sounds, mit Hommagen an vergessene Traditionen und unvergesslichem Neuen.

Abendkonzert
chuffdrone (AT) actio | re:actio
Donnerstag, 30. Juli 2020, 20:30 Uhr

chuffDRONE (c) Ralph Kuehne

chuffDRONE vereint fünf musikalische Persönlichkeiten, die alle einen eigenen Zugang zum Jazz haben. Lisa Hofmaninger, Robert Schröck, Jul Dillier, Judith Ferstl und Judith Schwarz sind fünf wache Teamplayer, die sich mit voller Intensität aufeinander einlassen. So intelligent wie intuitiv schaffen sie in ihren Kompositionen wohldosierte Ventile für unkontrollierte Ausbrüche, rhythmisieren die Ekstase und orchestrieren die Stille. chuffDRONE verbindet Energie und Poesie, bewegt sich zwischen Übermut und Perfektion. Auf die Kraft des Kollektivs vertrauend, verschwinden die Grenzen von Komponiertem und Improvisiertem. Die verschiedenen Instrumente verschmelzen zu einem pulsierenden und energetisch aufgeladenen Klangkomplex, dessen Anziehungskraft man sich kaum entziehen kann.

Besetzung: Lisa Hofmaninger, Robert Schröck, Jul Dillier, Judith Ferstl, Judith Schwarz

Abendkonzert
Gabbeh (AT, IRN)
Reborn
Freitag, 31. Juli 2020, 19:30 Uhr

Bild Gabbeh
Gabbeh (c) Hessam Samavatian

Der Gabbeh ist eine Form des persischen Teppichs, der traditionell von nomadisch lebenden Frauen geknüpft wird. Das Besondere ist, dass seine abstrakten, geometrischen Muster und kräftigen, großflächigen Farben keiner bestimmten Vorgabe folgen. Sie entwickeln sich sehr individuell aus den Stimmungen und Gefühlen ihrer Schöpferinnen, aus den Gedanken, die ihnen während des Webens durch den Kopf gehen. In gewisser Weise ist die Gabbeh-Weberin eine Erzählerin, die ihre eigene Lebensgeschichte und die Geschichten anderer in die Fäden, Farben und Muster ihres Teppichs einschreibt. Das in Wien lebende Ensemble Gabbeh überträgt dieses Konzept in ihr musikalisches Schaffen: Es greift Fäden auf und führt sie zusammen. Die musikalischen Texturen und Gestaltungen entwickeln sich aus dem offenen Raum der Improvisation und wurzeln in der vitalen Vielfalt traditioneller iranischer Folklore. Die Musik von Gabbeh ist ein vielstimmiges Gewebe aus erinnerten Fragmenten aus persischen Kinderliedern, Reiseerzählungen und Lebenslinien und ihrem Nachklang in der Wiener Diaspora. Zwei Welten, vielfach gespiegelt, gebrochen und neu zusammengefügt. Das Hotel Waldesruh ist exklusiver Sponsor dieses Konzerts.

Besetzung: Golnar Shahyar, Mona Matbou Riahi, Manu Mayr

Das gesamte Programm unter: https://www.wellenklaenge.at/programm-2020/

Links:
wellenklænge 2020
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