Welcome on board with THE PILOTS OF DOPE – “Udopeia”

Sitzgurte anschnallen, Rückenlehnen ausnahmsweise in waagrechte Position und Augen schließen, der Rest geht von alleine. Denn jetzt geht es los, jetzt wird abgehoben. Destination: Brasilien – oder zumindest eine Utopie davon. Ist auch eigentlich unwichtig, von wo und wohin, was zählt: Der Flug im Zeitlosen, die Gelassenheit im Raumlosen, dabei aber locker mit dem Tanzbein schwingen, direkt in den ewigen Sonnenuntergang hinein. Ist das Debut-Album „Udopeia“ von Pilots on Dope einmal auf play, gibt es keinen Halt mehr, mensch kann nur mehr auf die Landung warten, die sich jedoch ruhig noch etwas hinauszögern darf, denn die eingängigen brasilianischen, cool jazzigen Rhythmen lassen jede Art von Sorge und Zeitgefühl verfliegen und machen so Platz für Tanzlust und Exotenduft.

Wenn sich zwei Wiener Djs auf die Reise ins utopische Tropische begeben

Spätestens beim Erklingen der sanften, auf angenehm fließendem Portugiesisch säuselnden Stimme (Yta Moreno, Luis Ribeiro, Fagner Wesley) lehnt sich auch der letzte Zweifler in entspannter Überzeugung zurück und lässt sich ver- und entführen. Fast ständiger Begleiter des gesamten Albums ist der Bossa Nova, der mit seinem einmaligen einerseits jazzigen, andererseits locker lateinamerikanischen Temperament eine sublime Basis für diesen Trip Vienna-Sao Paolo darstellt.
Die Produzenten und langjährige Bossa-Anhänger Gerald Tomez und Gerhard Gigler (DJ Bunani) die gemeinsam Pilots of Dope bilden, haben sich hierbei sehr vorbildlich entschieden und machen nicht nur Percussionbegeisterten einen Gefallen, Bossa Nova bringt jeden Fuß zum Mitwippen.

Perfekt für einen Flug in den Urlaub, aber auch ins Unbekannte, Hauptsache irgendwohin, aber nicht in Eile sondern in aller gut gelaunter Gelassenheit dieser Welt, um in bester Form in der neuen anzukommen. Denn was wäre eine gute Utopie ohne Musik? Und ohne Dope natürlich.
Kaum abgehoben, kaum gelandet fühlt Mensch sich wie in einem alten Film, die Farben der Umgebung bekommen einen altmodischen Gelbstich und in dieser sich vor dem inneren Auge entfaltenden utopischen Welt wird erwartet, an der nächsten Ecke James Bond im Urlaub anzutreffen, mit einer gestylten Latina im Strandkleid unter dem Arm.

Bossa Nova für alle: „Udopeia“

Die weichen Stimmen säuseln nur so um die sublimen Klänge herum, darum bemüht, das Trommelfell streichelnd zum Tanzen zu verführen. Altbekanntes immerwillkommenes südländisches Ambiente, im Westen so vermisst, dringt ein und will nicht mehr raus. Diese fröhlichen aber zutiefst gelassenen, zwar simplen aber niemals langweilig werdenden Klänge nehmen uns mit auf eine Reise in angenehme Tropen, einmal nicht feucht, zum Zerfließen heiß und schwül sondern mit sommerabendlichen Temperaturen. Im Kopf entsteht eine vage bekannte Welt: leicht verschwommen  aber bunt und auf eine schöne Art leicht ausgeblichen wie auf alten Polaroidablichtungen und mit einem beschirmten Cocktail in der Hand, der aber natürlich nicht am Tanzen hindert.

Die Leichtigkeit und Sanftheit, trotz der eher schnellen Takte, lässt nicht an eine Wienerische Produktion denken. Also nicht nur wohlgemeinter sondern auch wohlverdienter sympathischer Albumtitel von einem sympathischen Produzentenduo mit sympathischer Musik. Doch leider hat jeder Flug einmal ein Ende. Gut, dass nicht immer neu eingecheckt sondern nur wieder auf Play gedrückt werden muss.

Passend zur WM in Brasilien kommt das Album im Mai dieses Jahres auf allen gängigen Tonträgern erhältlich bei Universal auf den Markt.

Dora De Goederen

http://www.pilotsondope.com/
http://www.universalmusic.com/