Bild Rieger-Orgel
Rieger-Orgel (c) Wiener Konzerthaus

Vorarlberger Kompositionspreis 2016 für Michael Floredo

Michael Floredo erhält den mit 7000 € dotierten Vorarlberger Kompositionspreis 2016. Aus diesem Anlass porträtiert Silvia Thurner den Komponisten, Organisten und Improvisator.

Der Kompositionspreis wird alle zwei Jahre vergeben. In einem Juryverfahren mit der erweiterten Kunstkommission Musik wurde Michael Floredo als diesjähriger Preisträger bestimmt. Landesrat Bernhard betonte die Bedeutung des Preises: “Mit dieser Auszeichnung werden die herausragenden Musikschaffenden in Vorarlberg gewürdigt, die ein wichtiger Teil der facettenreichen Kulturlandschaft Vorarlbergs sind”, so Bernhard.

Michael Floredo ist ein klangsinnlicher und zeitkritischer Komponist. In Altach wohnhaft, schätzt er die Ruhe seiner Umgebung, um seinen Fokus ganz auf das Komponieren legen zu können.

Seine Werke finden über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung, eine besondere Wirkstätte hat Michael Floredo im Stift St. Florian in Oberösterreich. Im Auftrag der „Internationalen Brucknertage“ komponierte er schon mehrere groß angelegte Werke. Internationale Beachtung erhielt Michael Floredo mit seiner Orgelsinfonie für drei Organisten an einer Orgel, die in den Jahren 2007 bis 2010 entstanden und an der großen Brucknerorgel im Stift St. Florian uraufgeführt worden ist. Im Jahr 2013 war das Werk auch in der Kathedrale St. Gallen zu erleben.

Bild (c) Michael Floredo
Bild (c) Michael Floredo

Im Brotberuf ist der bald 49-Jährige als Musikschullehrer an der Musikschule Walgau tätig. Er hat bei Gerold Amann studiert und von Augustinus Franz Kropfreiter wesentliche Impulse erhalten. Die Orgelimprovisation ist eine wesentliche Inspirationsquelle für Michael Floredo, denn auch von der Klangsinnlichkeit dieses Instruments aus entwickelt er seine organisch wachsenden Werke. Besonders die große Form und die Sakralmusik liegen dem Komponisten nahe, bereits vier Symphonien hat er komponiert.

Die Arbeiten von Michael Foredo sind geprägt von einem großen philosophischen Interesse. Die Proportionenlehre des Pythagoras und die philosophischen Schriften von Platon und Aristoteles beschäftigen ihn seit Jahren und sie bilden eine wichtige Grundlage für seine Musik. Darüber hinaus beeinflussen die Zahlensymbolik seine kompositorische Denkweise.

Als Künstler ist Michael Floredos wichtigste Intention, mit seinen Werken einen Aufbruch und Nachdenkprozesse anzuregen. „Mir geht es darum, dass man anfängt, über sich selbst und über bestehende Zustände zu reflektieren.“ Auch aus diesem Grund lässt er sich selbst nur ungern von äußeren Einflüssen ablenken.

Auch die Politik im Sinne von Regeln, die Gemeinschaften organisieren, beeinflussen den Künstler. „Ich glaube, dass jeder Mensch, der in einer Zivilisation lebt, unweigerlich auch konfrontiert wird mit Politik. Schlussendlich bestimmen die Gesetze einen großen Teil unseres Lebens und unserer Lebensqualität. „Bei Schaffenden, die Kunst erzeugen, spielt das politische Umfeld eine große Rolle. Ich rede da nicht von Parteienpolitik, sondern von Politik als notwendige Handlung, als Notwendigkeit der Zeit“, so Michael Floredo.

Die Preisverleihung findet am 3. Oktober 2016, 17 Uhr, im Landhaus Bregenz statt.

Silvia Thurner

Dieser Artikel ist zuerst auf www.kulturzeitschrift.at erschienen.

Weiterführende Links:

Michael Floredo in der mica – Datenbank: db.musicaustria.at/node/68954

Musikdokumentationsstelle Vorarlberg: www.musikdokumentation-vorarlberg.at