Bild VIECH
VIECH (c) Elisabeth Anna

Viech – „YEAH!“

Das Quintett VIECH präsentiert am 19. Februar 2016 „YEAH!“ (LasVegas Records), sein zweites Album. Waren sie als Duo gut, so sind sie als Quintett besser – schon die als Vorboten veröffentlichten Singles „Oh, Elise“ und „Zentrale“ ließen wissen, wie kraftvoll das neue Album werden wird, doch das Album selbst lässt keine Wünsche mehr offen.

Die fünf bärtigen Steirer namens Viech sind eigentlich mehr als ein Quintett – sie sind ein Kollektiv. Es ist kein Leader erkennbar, alle sind gleichermaßen an der musikalischen Begleitung und dem Gesang beteiligt. Und genau das macht die Energie von Viech aus: fünf Männer, die sprechend heiser singen, dabei ihren Instrumenten alles abverlangen, was diese hergeben können. Und, zugegeben, mit ihren Bärten auch noch wahnsinnig cool aussehen. Mit ihren intelligent-witzigen Texten und einer überraschenden instrumentalen Vielfalt haben sie ein Werk geschaffen, das sich hören lassen kann.

Laut, aber zerbrechlich

Viech charakterisieren sich vor allem durch den fünffachen Männergesang, der mal zärtlich, dann bedrohlich heiser, mal wütend und dann belustigt klingt. Durch ihre spezielle Banddynamik schaffen sie in jedem Lied eine individuelle Atmosphäre. So ist etwa „Der Halsabschneider“ laut, ironisch angehaucht und antreibend. Im Gegensatz dazu steht ein paar Tracks weiter „Heute nichts & und morgen davon mehr“, ein sehr nostalgisches Lied, dessen Lyrics die Zerbrechlichkeit der fünf beweist.

Albumcover YEAH
Albumcover YEAH

Die roten Fäden des Albums sind das immer aufgeweckte Schlagzeug und der fast durchgehend dominante Bass. In „Der Sandmann streikt“, die Nummer zwei des Albums, stechen die Blasinstrumente mit ihrer stärkeren Melodie mehr hervor als in den übrigen Liedern.

Möchte man das Album im Ganzen beschreiben, könnte man sagen, dass es poppig-cool und laut, aber zerbrechlich ist – mal so, mal so. Garantiert ist jedoch der Ohrwurm, den man von der ersten Nummer – „Der Halsabschneider“ – bekommt, denn das Lied vergisst man nicht so schnell. Ebenso birgt „Dr. Love“ mit Witz, intelligenter und guter Komposition Lieblingsliedqualität, und auch darin zeigt sich wieder der leichte Hauch von Zerbrechlichkeit, der den Charme von Viech ausmacht.

Alles in allem ist den fünf Steirern das Album äußerst gut gelungen – man darf sich schon auf die Veröffentlichung am 19. Februar 2016 und ihre Tour durch Österreich von 16. Februar bis 28. Mai 2016 freuen.

Antonia Seierl

Links:
Viech
Viech (Facebook)