VERENA ZEINER & ZIV RAVITZ DUO – „The Sweetness of Finitude“

Bis wohin kann man gehen? Wo endet die eigene künstlerische Freiheit? Und was Wunderbares kann entstehen, vereint man die eigene unverwechselbare musikalische Sprache mit der eines anderen. Diesen Fragen gehen VERENA ZEINER und ZIV RAVITZ auf ihrem gemeinsamen Album „The Sweetness of Finitude“ (Sessionwork Records; VÖ: 14.1.) auf musikalisch wirklich stimmungsvolle Art nach.

Wer mit dem Schaffen von Verena Zeiner und Ziv Ravitz vertraut ist, der weiß, dass von den beiden das Gewöhnliche nicht unbedingt zu erwarten ist. Hier treffen zwei ausgewiesene Könner ihres Faches aufeinander, zwei Freigeister, die ihre jeweils eigenen musikalischen Vorstellungen, Biographien und ihre jeweilige Herkunft in das Projekt miteinbringen und versuchen, aus ihrer Verschiedenheit etwas aufregend Eigenständiges zu kreieren.

Die österreichische Pianistin und Komponistin und der israelische Schlagzeuger, die sich 2011 in New York kennengelernt haben und seitdem in künstlerischer Hinsicht immer wieder aufeinandergetroffen sind, loten auf „The Sweetness of Finitude“ aus, wie weit sie jeweils mit ihrer Individualität gehen können und wo die Grenze, bei der sich ihr jeweils eigener musikalischer Stil und Ausdruck zwangsläufig vereinen müssen, verläuft. Die Frage, die sie sich stellen, ist, was aus dem Unterschied, der sie beide ausmacht, entsteht und ob ihr musikalischer Dialog letztlich die Richtung hin zu etwas Neuem führt.

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Fesselnde Klangbilder

Es ist auf jeden Fall ein sehr eigener Klang, den die beiden auf „The Sweetness of Finitude“ zu Gehör bringen, einer, der sich letztlich aber auch aus einer Gemeinsamkeit heraus entwickelt. Beide entstammen dem Jazz, sie haben ihn erlernt und in ihrer Karriere in verschiedensten Kontexten in ihrer ganz eigenen Sprache praktiziert. Und genau diesen Umstand definieren sie auch als Ausgangspunkt für ihr gemeinsames Projekt, wobei sich sie in ihren Stücken klarerweise recht schnell auch zu anderen Genres hinwenden.

Cover "The sweetness of finitude"
Cover “The Sweetness of Finitude”

Die musikalische Sprache, die beide als Duo erschaffen, ist von einer sehr feinfühligen und zugleich sehr fein abgestimmten Art. Die einzelnen Elemente – Verena Zeiners ungemein facettenreiches Spiel und Ziv Ravitz` variantenreiche Rhythmusarbeit – greifen auf wirklich wunderbare Weise ineinander. Man gewinnt fast den Eindruck, als würden sie schon Jahre lang zusammenspielen. Was die beiden wirklich ganz exzellent beherrschen, ist, ihre Musik mit Stimmung und Emotionen aufzuladen. Sie verwandeln ihre Stücke in fesselnde Klangbilder, die zwischen sanfter und zerbrechlicher Ruhe, verspielter Verträumtheit und dramatischer Note spannungsgeladen hin und her pendeln.

Verena Zeiner und Ziv Ravitz bringen auf „The Sweetness of Finitude“ Stücke zum Erklingen, die viel Atmosphäre entfalten und einladen, sich einfach nur einmal für ein paar Momente fallen und sich vom Puls der Musik einfangen zu lassen. Ein wirklich packendes Hörerlebnis.

Michael Ternai

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Links:
Verena Zeiner
Ziv Ravitz
Sessionwork Records