Wien Modern 32

Datum/Zeit
09.11.19 - Ganztägig

Veranstaltungsort
mehrere Spielstätten in Wien
Wien
, Wien

Kategorien
Neue Musik


Details

Im 32. Festivaljahr von Wien Modern über Wachstum nachzudenken, mag nach der Rekordausgabe von 2018 der richtige Moment sein. Dass das Thema Wachstum kommenden November im Mittelpunkt der nächsten Festivaledition steht, hat jedoch einen ganz einfachen Grund: Musik als Kunst der Gegenwart horcht mit ihren ganz eigenen Mitteln auf den Herzschlag unserer Zeit. Schneller, höher, stärker scheint die herrschende Devise in aller Welt zu lauten; für die Ohren tun sich allerdings ganz andere Richtungen auf: Zeitabläufe, Entwicklungen, Balance, Dauer, Dichte und Dosierung werden in der Musik fast körperlich spürbar – unendliche Längen und winzige Augenblicke, dramatische Steigerungen, abstrakte Flächen, steter Wandel und ein Verschwinden ins Nichts.

Inmitten einer rauschenden Überbietungslogik, bröckelnder Wachstumsversprechungen und vielkanaliger Überforderung entstehen in der Kunstwelt der Musik vermehrt sehr lange und dichte Hörerfahrungen – ebenso wie winzige, zarte, ephemere, fast verschwindende neue Formen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zeigen im Rahmen von Wien Modern 2019, dass es gar nicht so schwer ist, den Begriff Wachstum ein ganz kleines bisschen aus der Erstarrung zu befreien, in die er durch die eindimensionale Verwendung in Wirtschaft, Stadtplanung und Politik geraten ist. Von Reduktion zu überbordender Fülle und wieder zurück – die ewige Suche nach dem richtigen Maß, irgendwo zwischen dem zu viel und dem zu wenig, ist in der Musik heute so spürbar wie selten zuvor.

Entdecken Sie im November 2019 an zahlreichen Spielstätten in ganz Wien vielfältige Formen des Maximalismus und Minimalismus: Die klangliche Beschreibung eines Vulkanausbruchs, zu hören im Eröffnungskonzert mit dem RSO Wien unter Leitung der neuen Chefdirigentin Marin Alsop. Das Ende eines Ensembles und der Beginn von etwas Neuem. Ein Werk von unerhörter Dauer, Dichte und Expressivität, das Sie zwischen dem Ende einer Nacht und dem Anfang der folgenden Nacht besuchen können, wann immer Sie möchten. Große, weltumspannende Werke wie Dieter Schnebels Sinfonie X. Winzige Miniaturen, denen Sie beispielsweise unterwegs im Museum begegnen. Die Ringstraßenbahn als Endlosrille. Und (auch für junges Publikum) die Möglichkeit, das Gras wachsen zu hören. Wir freuen uns auf vielfältige Begegnungen mit Ihnen bei Wien Modern 32!

100 Veranstaltungen, davon 67 Aufführungen und 33 Begleitveranstaltungen
49 Produktionen
24 Spielstätten in 12 Bezirken

29 Österreichische Erstaufführungen von Peter Ablinger, Mark Andre, Kaj Duncan David, Rhodri Davies, Peter Eötvös, Andreas Eduardo Frank, Clara Iannotta, Márton Illés, Kollektiv Mycelium, Anna Korsun, Matthias Kranebitter, Klaus Lang, Isabel Mundry, Phill Niblock, Younghi Pagh-Paan, Zeena Parkins, Alberto Posadas, Rebecca Saunders, Dieter Schnebel, Diana Soh, Johannes Maria Staud, Agata Zubel

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