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SUMMARY:Raab / Angerer / Deixler 'Bleu'
DESCRIPTION:\n\nLorenz Raab: trumpet\, fluegelhorn\, harmonium\nAli Angerer
 : tuba\, electric dulcimer\nRainer Deixler: drums\, percussion\n\nBleu –
  Deeper\n\nBleu\, nicht Blue. Das macht einen Unterschied. Denn es geht ni
 cht um die Traurigkeit des großen Gefühls\, sondern um die Melancholie d
 er feinen Klänge. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind ihr Lorenz Raab\, A
 li Angerer und Rainer Deixler auf der Spur. Und sie haben dafür eine beso
 ndere Konstellation gewählt.\n\nRaabs Trompete\, zuweilen auch das Flüge
 lhorn\, sind Kompagnons der Stimme. Sie sind Medien eines Erzählers\, der
  gerne ein wenig ausholt\, an bedeutsamen Stellen verweilt\, um dann gemes
 senen\, aber bestimmten Schritts sein Ziel zu erreichen. Denn sie haben de
 n Ton eines erfahrenen Künstlers\, der sich in der Welt der Klassik ebens
 o zuhause fühlt\, wie in den Clubs der langen Nächte und diese Weite der
  Impulse zu einer gelassenen kammermusikalisch improvisierenden Mischung v
 erbindet. Kenny Wheeler trifft Mozarteum\, womöglich mit einem Elektronik
 er an der Seite\, eine Verbindung der Lehrer und Einflüsse von einst\, di
 e sich längst zu einem individuellen Spielstil entwickelt haben.\n\nAli A
 ngerer hingegen ist bereits in der Wahl seiner Instrumente ein Dompteur de
 r Widersprüche. Auf der einen Seite steht die Tuba\, tief und wuchtig\, e
 in Klangkörper der mühelos nach dem Raum greift und ihn beherrscht. Auf 
 der anderen kontert er mit einer elektrischen Dulcimer\, die als Bordunzit
 her mit schwirrenden\, fragilen Saitenklängen den Bandsound transparent w
 irken lässt und außerdem mit ein wenig synthetischer Erweiterung auch de
 zente\, überraschende Effekte zulässt. Rainer Deixler schließlich verst
 eht sich als Pulsgeber\, weniger als Rhythmusknecht. Sein Schlagzeug bevor
 zugt hintergründige Akzente\, Beckensounds und ungewöhnlich geschlagene 
 Trommeln\, die der Musik einerseits Struktur verleihen\, sich darüber hin
 aus aber als Textur verstehen\, die die Melodien umfängt und ihr eine Bas
 is zur räumlichen Entfaltung gibt.\n\nIn der Summe ergibt das Bleu als ei
 n Trio kammerjazzig ineinandergreifender Klangideen. „Deeper“ ist als 
 Studioalbum Nummer 5 seit dem selbstbetitelten Debüt 2001 einerseits Fort
 entwicklung\, andererseits Conclusio einer musikalisch gemeinsam erlebten 
 Zeit. Die Musik ist noch zurückgenommener\, reduzierter als auf den voran
 gegangenen Alben\, wirkt dabei beiläufig konzentriert wie die Bündelung 
 gestalterischer Energien. Das ist Improvisation ebenso wie Klarheit\, melo
 dische Unmittelbarkeit wie harmonisches Schweifen. Deshalb auch der Titel.
  Denn Raab\, Angerer und Deixler sind gemeinsam mit ihrem Trio älter gewo
 rden. Sie können sich auf einen Fundus profunder Erfahrungen verlassen\, 
 die sie mit ihren anderen Projekten und mit Bleu gesammelt haben. Das ergi
 bt Musik von zarter Schönheit\, einer wenig melancholisch manchmal. Aber 
 das ist auch ein Grund zum Lächeln. (Ralf Dombrowski)\n\nDer österreichi
 sche Trompeter Lorenz Raab hat ein Faible für ungewöhnliche Instrumenten
 kombinationen. Das gilt etwa für sein Duo mit dem E-Zitherspieler Christo
 f Dienz\, das 2019 das großartige Album „Vast Potential“ herausbracht
 e\, und das trifft erst recht auf das Trio Bleu zu. An der Seite\, sowie u
 nter und über Raabs Flügelhorn sind eine Tuba und eine elektrische Dulci
 mer-Zither zu vernehmen (beides gespielt von Ali Angerer)\, die von Rainer
  Deixlers unorthodoxem\, auf filigranste Beckenarbeit Wert legendem Schlag
 zeugspiel zum Kommunizieren gebracht werden. Zudem bedient Raab noch ein H
 armonium.\n\nAuf seinem mittlerweile fünften Album nach dem im Jahr 2001 
 erschienen Erstling macht das Dreiergespann seinem Namen alle Ehre. Blaue 
 Stunde\, Blues\, blasses Himmelblau – all das schwingt mit\, wenn Raab\,
  Angerer und Deixler ganz behutsam ihre Geschichten erzählen. Und die kli
 ngen keineswegs so alpenländisch oder hinterwäldlerisch-frömmelnd\, wie
  es das Nebeneinander von Flügelhorn und Tuba oder Dulcimer und dem als K
 irchenorgel-Ersatz beliebten Harmonium zunächst nahelegen könnte.\nDas T
 rio schafft sich vielmehr seine eigenen Klangräume\, in denen seine Kompo
 sitionen die Wärme eines knisternden Kaminfeuers entfachen. Harmonium und
  Dulcimer werden dabei unter geschicktem Einsatz von elektronischen Effekt
 en oft als weicher Teppich für Drones und Soundscapes genutzt. Vor allem 
 Angerers Tuba hat nichts mit schwerfälliger Blasmusik am postmodernen Tir
 olerhut\, sondern zeigt die Flexibilität eines E-Basses. Dadurch streifen
  die Stücke durch Gefilde\, die eher in den USA zu liegen scheinen als in
  Austria. „Deeper I“ hört sich beispielsweise an wie der Abspann eine
 s Roadmovies\, während das poppige „Warm Eyes II“ durchaus in der gle
 ichen Session entstanden sein könnte\, als Princes „Nothing Compares 2 
 U“ schrieb. „Gently Done“\, in dem Flügelhorn und Tuba sachte die T
 öne übereinanderlegen wie die Stoffbahnen eines kostbaren mittelalterlic
 hen Brokats\, wäre mit einigem Recht ein mindestens so passender Albumtit
 el wie „Deeper“ gewesen. So oder so ist dem Trio mit der fünften Eins
 pielung sein persönliches „Kind of Bleu“ gelungen. (Josef Engels\, Ro
 ndo 2021)\n\n\nhttps://lorenzraab.at
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