KLANGSPUREN 2019

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Datum/Zeit
13.09.19 - Ganztägig

Veranstaltungsort
KLANGSPUREN
Mehrere Spielorte
, Innsbruck

Kategorien
Neue Musik


Details

Seit dem Ende des Kalten Krieges war der Frieden in Europa noch nie bedrohter als heute. Unter dem Vorwand, die aus dem arabischen und afrikanischen Raum Geflüchteten seien die einzige Ursache heutiger sozialer Konflikte, lenkt die Politik medial erfolgreich von den eigentlichen Problemen der Gegenwart ab. In Wahrheit steht die kapitalistische Welt wegen der unablässigen Ausbeutung der Ressourcen vor dem Abgrund einer irreversiblen Klimakatastrophe und einer sozialen Kluft, die vor allem in der Dritten Welt kaum noch überbrückbar ist.

Vor dieser dramatischen Entwicklung will auch ein Festival der neuen Musik die Augen nicht verschließen, um auf sinnlich-reflexive Weise neue Denkund Erfahrungsräume zu öffnen. Deshalb werden die über zwanzig Konzerte der Tiroler Klangspuren in der Zeit vom 06. bis 22. September 2019 unter dem Motto ‚Risse‘ stehen, um den gegenwärtigen sozialen und politischen Erosionsprozess künstlerisch zu reflektieren.

Im Gegensatz zu den Spaltungsversuchen populistischer Politik geht es Klangspuren darum, die Ursachen dieser Risse zu beleuchten, so dass neben eindringlich-kritischen Stimmen auch das Nachdenkliche, Stille und Bedachtsame einen prominenten Platz findet im Festivalprogramm 2019. Aus diesen Gründen wird der Elsässer Mark Andre als Composer in Residence wirken und auch die TeilnehmerInnen der alljährlichen International Ensemble Modern Academy (IEMA) bei Klangspuren betreuen. Denn das von spirituell-theologischer Zuversicht beseelte Schaffen Andres hält mit eindringlich-leisen Klängen der Ratlosigkeit unserer Gegenwart die Unerschütterlichkeit des Glaubens und der Hoffnung entgegen.

An seiner Seite wird erstmals in der Geschichte von Klangspuren auch eine Improviser in Residence stehen: Mit der US-amerikanischen Elektro-Harfenistin und Pianistin Zeena Parkins konnte eine wegen ihrer Klangphantasie international prominente Musikerin dazu gewonnen werden, sowohl einen neuen Improvisationskurs der IEMA zu leiten als auch ein Konzert mit ihrer eigenen Gruppe zu spielen. Parkins wird am Ende des Festivals im Zentrum des dreitägigen Schwerpunkts ‚Improv #1–#3‘ mit experimenteller Improvisationsmusik stehen – auch eine Novität.

Infos & Programm hier