Die Verbesserung der Welt: 6 – Ikarus

Datum/Zeit
01.11.20 - 20:00

Veranstaltungsort
F23
Breitenfurter Straße 176, 1230 Wien

Kategorien
Neue Musik


Details

DIE VERBESSERUNG DER WELT: 6 – Ikarus
Kammeroper vpn Thomas Arzt und Dieter Kaufmann. Uraufführung.
Die Hungrigen speisen.
Text. Thomas Arzt | Musik. Dieter Kaufmann
29. / 30. / 31. Oktober und 01. November 2020 20.30
19.00 Kein Erbarmen!

Victor, der junge Produktentwickler der Firma Ikarus, hebt ab. Auf seinem Höhenflug verliert er den Boden unter den Füssen: weder hat er Zeit für seine schwangere Freundin Marie und seinen Freund Alexander, noch für den Bettler, der vor dem Eingang des feinen Restaurants, in dem er mit Geschäftspartnern diniert, hungert. Doch als die Erfolgskurve sinkt und Victor zur Umkehr oder vielmehr zum Absturz zwingt, findet er sich zuletzt gerade dort – als hungriger Habenichts vor der verschlossenen Tür.

Mit. Anna Hauf. Gebhard Heegmann. Maida Karisik. Richard Klein. Georg Klimbacher. Bibana Nwobilo. Bärbel Strehlau
Ensemble: Da-yung Cho. Heidelinde Schuster. Claudia Haber. Patrick Maria Kühn. Gerasim Mangurov. Karl Vsedni
Regie. Kristine Tornquist. Dirigent. François-Pierre Descamps
Kammermusikwerkstatt Wien. Leitung Barbara Rombach-Kuderna

Bühne und Requisite. Markus Liszt. Michael Liszt
Kostüm. Angela Karpouzi. Sarah Maria Grepl
Licht und Technik. Edgar Aichinger. Vladi Tchapanov
Maske. Isabella Gajcic
Korrepetition. Petra Giacalone. Benjamin McQuade
Regieassistenz. Heidelinde Schuster – Roberta Cortese
Bühnenplanung. Cornelius Burkert
Notensatz. Oliver Weber
Dramaturgie und Übertitel. Roberta Cortese
Produktion. Jury Everhartz
F23. Tom Barcal. Alexander Lugmayr. Max Sperger. Erich Sperger

In fast allen Kulturen und Religionen gibt es Tugendreihen, die das Bild eines idealen Menschen beschreiben. Das Besondere an der Tugend ist, dass sie bei aller Dringlichkeit der Empfehlung doch eine freiwillige Handlung bleibt, die das Gute zur persönlichen Entscheidung macht, zum Hinauswachsen über das Gesetz aus Pflichten und Verboten. Insofern ist die Tugend so etwas wie Schönheit – sie ist nicht notwendig, aber sie ist ein entscheidender Schritt aus dem Minimum des Existierens in die Freiheit und Selbstbestimmtheit des Geistes. Damit ist sie ein Modellfall der aufgeklärten Souveränität des Menschen, die seine Würde und Persönlichkeit begründet.
Zu den ursprünglich sechs exemplarischen Werken der Barmherzigkeit aus der sogenannten Endzeitrede Jesu bei Matthäus fügte der Rhetoriklehrer Lactantius im dritten Jahrhundert noch die Ehrung der Verstorbenen hinzu und vervollkommnete damit analog zur Zählung der Todsünden die Siebenzahl.
Die zunehmende verbale und ethische Verwahrlosung des Diskurses, die Verhärtung gegen jene, denen es schlechter geht, und das Gefühl, mit Europa und der Welt gehe es unaufhörlich bergab, hat uns dazu inspiriert, ja fast gedrängt, dem etwas Positives entgegenzusetzen. sirene operntheater erteilte 7 Autoren und Autorinnen, Komponisten und Komponistinnen den Auftrag, sich eines dieser Werke der Barmherzigkeit anzunehmen.
Der Auftrag an die Autoren war, eine Geschichte zu einem der sieben Werke der Barmherzigkeit in unserer Zeit anzusiedeln. Nicht alle Autoren waren optimistisch, aber insgesamt entsteht ein Bild des Menschen, der nicht immer tut, was er tun sollte, der aber weiss, was er zu tun hätte, um die Welt zu verbessern – in jenem persönlichen Bereich, den jeder selbst gestalten und in dem er seine und die Welt seiner Nachbarn und Mitmenschen verändern kann.