Velojet unterwegs in Österreich

Ohne Zweifel gehören Velojet, was das Konzerte spielen angeht, zu den fleißigsten Bands des Landes. In den kommenden Tagen ist der Vierer nach zahlreichen Auftritten im Ausland wieder vermehrt in Österreich unterwegs. Mit im Gepäck hat die Truppe ihr im Frühjahr erschienenes und von den Kritikern hochgelobtes Album „Heavy Gold and the Great Return of the Stereo Chorus”. Ein Musterbeispiel für hervorragend gespielten, spannenden und sehr britisch angehauchten Gitarrenpop. Los geht die kleine Österreich-Tour am 25. November im Weekender in Innsbruck.

Dass Velojet zu den größten heimischen Pophoffnungen zählen, weiß man nicht erst seit „Heavy Gold and the Great Return of the Stereo Chorus”. Schon nach den ersten Veröffentlichungen war klar, dass hier eine Band am Werken ist, die es durchaus versteht, ihre mannigfaltigen Ideen in wunderbare und erstklassige Popsongs zu verpacken. Als Inspirationsquelle dient dabei  nahezu die gesamte Popgeschichte. Dem aus Steyr stammenden Vierergespann bestehend aus René Mühlberger (Gitarre, Gesang), Marlene Lacherstorfer (Bass, Gesang), Lisi Neuhold (Keyboard, Gesang) und  Michael Flatz (Schlagzeug) gelingt es, aus dem reichhaltigen Fundus dieser die besten Momente herauszufiltern und in einen enorm vielfältigen Gesamtsound zusammenzuführen, wobei die vier Musiker, und das hebt die Truppe von vielen ihrer Kollegen ab, ein ausgeprägtes Gespür für hitverdächtige Melodien und Arrangements an den Tag legen.

Das dritte Album “Heavy Gold and the Great Return of the Stereo Chorus” stellt quasi eine logische Weiterentwicklung dar. Was sich bereits auf dem zweiten Album “This Quiet Town” angedeutet hat, findet auf dem neuen Werk seine Fortsetzung. Velojet sind, so scheint es,  reifer geworden. Zwar ist man musikalisch dem Stil im Großen und Ganzen treu geblieben, gleichzeitig erscheinen die neuen Songs aber deutlich ausgefeilter. Immer noch regiert sehr harmoniebetonter und 60s-affiner Gitarrenpop. Und immer noch schallt die Musik mit einer ungemeinen Energie aus den Boxen. Zugleich aber hat sich auch eine gewisse Nachdenklichkeit in die Songs eingeschlichen. Die Unbeschwertheit der ersten beiden Alben ist deutlich in den Hintergrund gerückt. Zudem sind erstmals auch Streicher und Chorgesänge zu hören. Insgesamt ist die Musik von Velojet durch all die kleinen Veränderungen in Summe noch abwechslungsreicher geworden.

Mit ihrem neuen Album haben Velojet einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Popmusik nicht immer an der Oberfläche hängen bleiben muss, sondern durchaus auch einen bestimmten Qualitätsanspruch gerecht werden kann. Wer sich also für erstklassige Gitarrenmusik begeistern kann, sollte sich einen der Konzerttermine auf jeden Fall im Kalender notieren. (mt)

Foto Velojet: Ingo Pertramer