(c) Ultima Radio

ULTIMA RADIO – „A Thousand Shapes”

Die Grazer von ULTIMA RADIO legten mit „A Thousand Shapes” (Panta R&E) ihr Debütalbum vor, und das hat es ganz schön in sich. Für einen Erstling werden soundtechnisch mit einem beeindruckenden Ausmaß an Professionalität zahllose Gitarrenriffs kredenzt und durch fortwährenden Groove selbst Tanzbeine motiviert.

In Zeiten in denen Radio-Airplay in der Musikwirtschaft zusehends an Einfluss verliert, muss man sich wohl selbst zum ultimativen Radio ausrufen und sich anders Gehör verschaffen. Ultima Radio tun das mit ziemlicher Leichtigkeit, indem sie sich ein lässiges Gitarrenriff nach dem nächsten aus dem Ärmel schütteln. Prinzipiell und ursprünglich wohl verwurzelt im Stoner Rock, schafft es die Band, auch andere musikalische Einflüsse aus den breiten Gefilden der Rockmusik unterzubringen. Insbesondere rhythmisch geben sich die fünf Grazer um einiges vielfältiger als die typische Stoner-Rock-Band und erinnern mit ihrer funkigen Groove-Lastigkeit und Verspieltheit eher an Rage Against The Machine oder die alten Red Hot Chili Peppers.

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Zusätzlich zu diesen detailverliebten Rhythmen findet sich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Stimme von Sänger Zdravko Konrad, der sich, befreit von jeglichen anderen Instrumenten, ganz darauf konzentrieren kann, seiner charismatischen und charakteristischen Stimme Raum zur Entfaltung zu verschaffen. Der Sänger drückt dem Sound der Band, der nicht selten durch den Einsatz verschiedener Effekte experimentell angehaucht ist, auf jeden Fall seinen Stempel auf und macht die Riff-Orgien um einiges vielfältiger. Für ein Debütalbum überzeugt „A Thousand Shapes“ mit einem großartigen Sound, für den Produzent Georg Gabler und Audiotechniker Oliver „Öli“ Kamaryt aus dem Hause „Panta R&E“ verantwortlich zeichnen. Zugleich druckvoll und transparent finden alle Facetten des Sounds der Band Gehör: Druckvolle Parts und instrumentale Details sind gleichermaßen hörbar.

Funk-Rock-Ohrwürmer und Riffsalven

Trotz einer gewissen progressiv angehauchten Sperrigkeit schaffen es Ultima Radio, einige Songs mit Hitpotenzial abzuliefern. Gleich der Opener des Albums – „Sheela“ – besticht mit einer ausgefuchsten Gesangslinie, nur um später trotz multipler interessanter Breaks nie an Eingängigkeit einzubüßen. Ähnlich überzeugend gibt sich das rockige „Sun Collector“, das bei den der experimentierfreudigeren Redakteurinnen und Redakteuren wohl auch nachmittags auf FM4 laufen könnte. Weitere Highlights sind „Witcher Fitcher“, das dezent manisch angehaucht ist und in einem Anflug von Verrücktheit endet, und das interessante „Plea“, in welchem wie im Mantra ein gesellschaftskritischer Text beschworen wird, bevor es in extrem antreibenden Funk-Gitarren seinen explosiven Abschluss findet. Für Fans jeglicher Stromgitarrenmusik, sei es Progressive oder Stoner Rock oder gar Crossover, sind Ultima Radio auf jeden Fall eine Empfehlung. Mit einem Ass im Ärmel wie der charismatischen Stimme des Frontmanns könnte der Band sogar in anderen Gefilden der Durchbruch gelingen.

Sebastian J. Götzendorfer

Termine
30. September 2017: Linz, Stadtwerkstatt
6. Oktober 2017: Klagenfurt, Mammut Bar
14. Oktober 2017: Steyr, Röda
21. Oktober 2017: Wörgl, Komma
17. November 2017: Innsbruck, Jellyfish Music Bar
24. November 2017: Wien, Fuzzfest, ((szene))

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