Tracker (c) Noise Appeal Records

TRACKER – „Rule of Three“

Es hat dann doch ein wenig länger gedauert, aber jetzt ist es so weit. Die Tiroler Formation TRACKER meldet sich nach einigen Jahren der Absenz zurück auf der Bühne des heimischen Rockzirkus – und das in wirklich beeindruckender Art in Form ihres neuen Albums „Rule of Three“ (Noise Appeal Records).

Nun, eines kann man definitiv sagen: Der rohe und ungekünstelte Klang, den Tracker auf ihrem neuen Album da vom Stapel lassen, der hat es wirklich so richtig in sich. In weitester Entfernung von allem, was auch nur in irgendeiner Art als im Sound glattpoliert durchgeht, ziehen sich die drei Herren Martin Fuchs (Bass, Gesang), Max Mühlbacher (Gitarre, Gesang) und Daniel Walter (Drums, Gesang) ihre musikalische Linie auf fulminant wuchtige Weise quer durch die weite Welt des noisigen Rock. Was das aus Innsbruck stammende Trio in seinen Songs aufbereitet, ist eine hochenergetische und variantenreiche Mischung aus Stoner Rock, Punk, Shoegaze, Grunge und Psychedelic, die von der ersten Sekunde an zündet und in gewisser Weise Erinnerungen an die glorreichen Zeiten der mainstreamfernen Gitarrenmusik weckt.

Ein aufregender Querschnitt durch den noisigen Rock

Cover “Rule of Three”

Man merkt und spürt, dass hier Leute am Werken sind, die ihre ganz eigenen Vorstellungen haben und ihre eigene Version des Rock verwirklichen wollen. Und dieser Ansatz bedingt, dass sich die drei Musiker nicht immer unbedingt den einfachsten und kürzesten Weg auswählen. Tracker mögen hörbar auch das Vertrackte, Verschachtelte und soundtechnisch Experimentelle, was sich vor allem im vielschichtigen und zwischen heftig und zurückhaltend pendelnden variantenreichen Aufbau ihrer Nummern ausdrückt, der auch längeren verspielten instrumentalen Parts jeden Raum zur Entfaltung bietet.

Das Schöne an der ganzen Geschichte ist zudem, dass Martin Fuchs, Max Mühlbacher und Daniel Walter es vortrefflich verstehen, Spannung aufzubauen und ihre Songs mit Atmosphäre aufzuladen. Sie lassen ihren Nummern einfach jede Zeit ihre Form und damit ihre packende Höhepunkte zu finden, womit ihre auch in diesem Punkt auf erfrischende Art aus dem konventionellen Rahmen fällt.

Mit „Rule of Three“ gibt der Tiroler Dreier nach seiner Auszeit auf jeden Fall ein richtig starkes musikalisches Lebenszeichen von sich. Das Album von Tracker ist ein aufregend musikalisches Statement geworden, eines, das zeigt, dass man mit dieser Truppe auch in Zukunft definitiv rechnen muss.

Michael Ternai

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