THE FLOW – Departure

Andi Tausch, Martin Reiter, Peter Kronreif und Jojo Lackner, vier Musiker, die ihre Talent- und Bewährungsproben längst hinter sich gebracht haben und heute zu den führenden Vertretern der jungen heimischen Jazzszene zählen, versuchen sich in ihrer Band THE FLOW nun schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich an der Verwirklichung ihrer eigenen Sprache des Jazz. Diese, und das unterscheidet dieses Quartett von vielen anderen Bands und Ensembles, findet ihren Ausdruck vor allem in einer musikalisch sehr zugänglichen und fast schon gefälligen Art. „Departure“, so der Titel des im April bei Sessionwork Records erscheinenden neuen Albums des Vierergespanns, das diesmal unterstützt worden ist von dem deutschen Tenorsaxophonist Johannes Enders und dem Schweizer Trompeter Matthieu Michel, stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Einmal mehr sind es variantenreiche, verspielte und mit Improvisationen versetzte Melodiebögen, sowie dieses feine und sehr schön ineinandergreifende Zusammenspiel der Protagonisten, welche den Ton angeben. Warm und gediegen im Klang zeigen sich die Stücke von einer sehr leichtfüßigen, abwechslungsreichen und erfrischend unaufgeregten Seite, sie kommen eher auf leisen Sohlen daher und erzeugen viel Atmosphäre. Die Gelegenheit, sich mit dem neuen Material von THE FLOW vertraut zu machen, gibt es unter anderem am 9. April im Rahmen der Music X-Days im Schladminger Stadtsaal.

THE FLOW machen ihrem Namen in der Tat alle Ehre, denn musikalisch nämlich befindet sich bei dieser Band tatsächlich alles vom Anfang bis zum Ende in einem ständigen Fluss. Von jeglicher Sperrigkeit oder Vertracktheit, die man im Kontext des Jazz ja nicht so selten präsentiert bekommt, weit entfernt, rücken Andi Tausch (Gitarre), Martin Reiter (Piano, Keyboards), Peter Kronreif (Schlagzeug) und  Jojo Lackner (Bass) vor allem die melodiebetonte Musikalität in den Vordergrund. Ihre Stücke sind solcherart, die Gefühle ansprechen und Emotionen wecken sollen, was sie, lauscht man dem neuen Album „Departure“ auch dieses Mal in hohem Maße tun.

Stilistisch hat sich der Vierer ja noch nie irgendwelchen Einschränkungen unterworfen und tut es auch jetzt nicht. Als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, überschreitet man auch schon einmal die Grenzen hin zu anderen Spielformen, wie zu jener des Rock. Besonders augenscheinlich bzw. hörbar ist diese Lockerheit, mit welcher dies von Statten geht. Es wirkt so, als ginge Andi Tausch, Martin Reiter, Peter Kronreif, Jojo Lackner und ihrem Kollegen auf diesem Album Johannes Enders alles relativ leicht von der Hand. Von irgendeinem erzwungenen Bemühen keine Spur erwächst der Reiz ihrer Musik vor allem aus dieser durchgehend dezent-elegant anmutenden Unaufgeregtheit, die einer jeden Komplexität in der Komposition eine runde und leicht zu fassende Form verleiht.

„Departure“ ist ein Album geworden, das einfach einlädt, sich wirklich näher und intensiver mit diesem zu befassen, auch weil die sehr stimmungsvollen Nummern noch nach mehreren Durchläufen immer wieder kleine versteckte Details offenbaren. Ein richtig schönes und durchwegs spannendes Hörerlebnis. (mt)

Termine:
08.04. Stadtsaal,  Schladming
09.04. Jazzwerkstatt Graz,  Orpheum Graz
10.04. Kitzmantelfabrik,  Vorchdorf
12.04. Spiel!Raum,  Kapfenberg

Foto THE FLOW: Julia Wesely

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