THE DEVIL & THE UNIVERSE – "Haunted Summer"

Wer sich einmal die Debüt-EP „Evoking Eternity“ zu Gemüte geführt hat, der weiß, dass THE DEVIL & THE UNIVERSE soundtechnisch die düsteren Wege beschreiten. Vielmehr als sich darin zu versuchen, die perfekte Mucke für die nächste Party abzuliefern, steigen sie tief in dunkle Soundumgebungen hinab, um sich dort – schön zu hören auf dem Ende Oktober erscheinenden Album „Haunted Summer“ (AUFNAHME + WIEDERGABE) – in uneingeschränkter Form den schwarzen musikalischen Ritualen hingeben zu können.

Zu einem Schluss kann man nach dem erstmaligen Durchhören dieser Platte auf jeden Fall kommen: Mit den üblichen Begriffen des Pop lässt sich das von The Devil & The Universe Dargebotene nicht beschreiben. Dafür positionieren sich Ashley Dayour (Whispers in the Shadow), David Pfister (Neigungsgruppe, Sex, Gewalt und gute Laune u.a.) und Stefan Elsbacher (Black Manna) einfach viel zu sehr abseits musikalischer Konventionen. Jeder einzelne ihrer Tracks erzählt eine eigene Geschichte und entfaltet auch seine ganz eigene magische und spirituelle Energie.

Credo: Schwarz ist das neue Bunt

Klanglich in vielen Farben bunt schimmern lässt es das österreichische Dreiergespann in keinem Moment, was aber keinesfalls stört und auch dem Gesamtkonzept nicht entsprechen würde. Man hat schließlich den Teufel himself zu einer musikalischen Séance eingeladen, und der ist bekanntermaßen eher weniger an den fröhlichen Dingen des Lebens interessiert.

Was in den mit Samples und Field Recordings angereicherten Stücken auf dem Programm steht, ist eine sehr eigenwillige und ungewöhnliche Mischung aus verdichtetem Ambient, dunklem Elektro, schwärzestem Dark Wave, Industrial und wildem Techno. Hinzu treten immer wieder ein Hauch von Drone-Rock, eine Prise Recoil der Anfangstage sowie ein Schuss von Depeche Modes „Black Celebration“. An anderer Stelle wiederum würdigen The Devil & The Universe dann den amerikanischen Regisseur und Filmkomponisten John Carpenter („Halloween“, „The Fog“), der von der sehr bildhaften Musik des Trios ja selbst angetan ist (“I really like it. It’s original and evocative”).

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Von Frankenstein inspiriert

Als Inspirationsquelle für „Haunted Summer“ diente dem Trio folgende Begebenheit: „Im Sommer 1816 lädt der Dichter und Autor Lord Byron zur Sommerfrische in seine Villa am Genfer See. Die Langeweile in der Villa Diodati versuchen die Feriengäste auf unkonventionelle Art totzuschlagen. Der Zeitvertreib radikalisiert sich zunehmend und gipfelt schließlich in einem Rausch aus moralischen und körperlichen Überschreitungen. Mary Shelley sollte, beseelt von diesem Sommer, ihren weltberühmten Roman Frankenstein schreiben.“

“Haunted Summer” ist ein Album geworden, auf dem The Devil & The Universe ihren Status als eine Band höchst eigenwilligen Charakters einmal mehr auf faszinierende Art untermauert. Es ist ein Stück Musik, das auf verstörende Weise zu fesseln vermag, ein Umstand, der vor allem Freunden der etwas anderen Klänge eine große Freude bereiten dürfte.

Präsentieren werden The Devil & The Universe „Haunted Summer“ am 28. Oktober im Wiener Rhiz.

Michael Ternai
Fotos The Devil & The Universe: Krist Mort