TASCHENOPERFESTIVAL 2015

Bereits zum sechsten Mal findet heuer das seit 2005 biennal durchgeführte TASCHENOPERFESTIVAL SALZBURG statt. Erneut als Kooperation zwischen dem Verein KLANG21, der ARGEkultur und dem OENM auf die Beine gestellt, soll es auch heuer um „die aktuelle Auseinandersetzung mit der Kunstform Oper – konkret mit der Untersuchung von Bedingungen und Möglichkeiten für Musiktheater der Gegenwart, an den Schnittstellen von Sprache und Gesang im szenischen Raum“ gehen, wie es im Positionspapier von KLANG21 formuliert ist. Für die jeweils fünf bis sieben Musiktheater-Uraufführungen werden dabei seit 2005 durchwegs vielversprechende Komponistinnen und Komponisten der jungen und mittleren Generation aus Österreich und Europa beauftragt.

Das heurige Motto „Sirenen – Wer keine Fragen stellt, hört auch keine Lügen – James Joyces Spiel mit der Wahrnehmung“ stellt dabei grundlegende (Gender-)Fragen: Sind Sirenen nur männliche Projektionen der Femme fatale oder vielleicht auch Zeichen einer weiblichen Sehnsucht nach Verführung? Welche Utopien und Abgründe entlang der Geschlechterkonstellationen verkörpern die Sirenen seit Jahrhunderten? Und nicht zuletzt: Wie gehen KomponistInnen und RegisseurInnen heute mit diesem Mythos um?

Zur Uraufführung kommen dabei vom 16. bis zum 29. September 2015 Musiktheaterstücke von Ann Cleare (Irland), Wen Liu (China), Brigitta Muntendorf (Deutschland), Sarah Nemtsov (Deutschland) und Jagoda Szmytka (Polen). Gemeinsam ist diesen fünf Kurzopern der thematische Ausgangspunkt – nämlich die „Sirenen-Episode“ aus Ulysses, in deren Zentrum James Joyce die Macht, die Wirkung und die Symbolik der Musik und des Gesangs stellt. Sein Spiel mit der Sprache soll zum Impulsgeber für ein Musiktheater als Spiel mit der Wahrnehmung werden. Zugleich stellt Klang21 als Veranstalter die Frage nach den Bedingungen des zeitgenössischen Musiktheaters im Taschenformat: Welche Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit Fragen der Gegenwart eröffnen sich an den Schnittstellen von Musik, Sprache und Szene? Warum singt ein Mensch?

Dem Laborcharakter des Taschenopernfestivals entsprechend entstehen die Stücke dabei erneut in enger Kollaboration zwischen den KomponistInnen und den Regisseuren Thierry Bruehl, Ernst M. Binder und Kristof Georgen. Als SolistInnen wirken u. a. Soetkin Elbers, Annika Boos und Bernhard Landauer mit, als DarstellerInnen sind Klaus Nicola Holderbaum, Constanze Passin u. a. engagiert.

Das oenm – österreichisches ensemble für neue musik – ist seit 2009 musikalischer Partner des Taschenopernfestivals und spielt wieder unter der Leitung des spanischen Dirigenten Juan García Rodríguez.

Didi Neidhart

Taschenopernfestival 2015: „Sirenen – Wer keine Fragen stellt, hört auch keine Lügen – James Joyces Spiel mit der Wahrnehmung”

Uraufführungen:
Ann Cleare: „Rinn“ (Arbeitstitel)
Wen Liu: „The End of the Song“
Brigitta Muntendorf: „Bronze by Gold“
Sarah Nemtsov: „Alt“
Jagoda Szmytka: „IN BLOOM“

Termine (alle ARGEkultur):
Mittwoch, 16. September 2015, 19:30 Uhr (Premiere)
Donnerstag, 17. September 2015, 19:30 Uhr
Freitag, 18. September 2015, 19:30 Uhr
Donnerstag, 24. September 2015, 19:30 Uhr
Freitag, 25. September 2015, 19:30 Uhr
Dienstag, 29. September 2015, 19:30 Uhr

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