SYNESTHETIC OCTET – „Rastlos“

2013 als „PORGY & BESS“-STAGE-BAND erstmals in Erscheinung getreten, erscheint dieser Tage mit „Rastlos“ (Jazzwerkstatt Records) nun endlich das lang erwartete Debüt des von dem Klarinettisten und Komponisten VINCENT PONGRACZ angeführten SYNESTHETIC OCTETS. Was auf dem Programm steht, ist eine wirklich mitreißende und stileübergreifende Interpretation des modernen Jazz.

Was sich schon bei den Konzerten als „Porgy & Bess“-Stage-Band vor zwei Jahren angedeutet hat, findet nun auf „Rastlos“ seine Bestätigung. Die sich um Vincent Pongracz scharrende und von den Namen der Beteiligten her ohne Weiteres als Supergroup durchgehende Truppe ist wirklich mit allen musikalischen Wassern gewaschen. Das Klangerlebnis, welches das Synesthetic Octet zu Gehör bringt, ist schlicht und einfach ganz großes Kino. Was nämlich der Klarinettist, Komponist und Arrangeur gemeinsam mit Doris Nicoletti (Piccoloflöte), Richard Köster (Trompete), Manu Mayr (E- und Kontrabass), Clemens Salesny (Bassklarinette, Altsaxophon), Alois Eberl (Posaune), Peter Rom (Gitarre) und Lukas König (Schlagzeug, Perkussion) zelebriert, ist nicht anderes als die kunstvolle und innovative Überwindung des traditionellen musikalischen Regelwerks.

Ein bunter Stilmix voller Dynamik

Musikalisch zeichnet sich Vincent Pongracz seinen Weg vom modernen Jazz über den Funk und Swing bis hin zum Soul und Hip Hop. Liest sich im ersten Moment vielleicht nach etwas, das nicht wirklich zusammen zu passen scheint. Aber wie es oftmals so ist, wird man eines Besseren belehrt. Dem gebürtigen Wiener und seiner Band gelingt es, die Essenzen der verschiedenen Richtungen spannungsgeladen in Einklang zu bringen, aus dem Vielen ein homogenes wie auch sehr abwechslungsreiches Ganzes zu schaffen. Auffallend ist mit welcher Liebe zum Detail an die ganze Geschichte herangegangen wird. Zwischen all dem Groove, den weiten, vielschichtigen und sich zu finalen Höhepunkten steigernden Melodiebögen und waghalsigen Improvisationen, flackern in Form von geschickt gesetzten kurzen Breaks und Soundspielerein immer wieder packende Überraschungsmomente auf, die zusätzlich für Dynamik sorgen. Gehüllt ist das von Vincent Pongracz geleitete musikalische Treiben in einen von gediegen und elegant bis richtig schön lässig reichenden Gesamtsound, der trotz aller Komplexität nie zum Sperrigen neigt.

„Rastlos“ ist ein Album geworden, auf dem der Jazz auf erfrischend jazzuntypische Weise erklingt. Macht wirklich Spaß.

Michael Ternai

Synesthetic Octet live 
9. Mai 2015 – Music Center, Budapest
10. Mai 2015 – Porgy & Bess, Wien

http://www.jazzwerkstatt.at