Bild Synethetic Octet
Synesthetic Octet (c) Astrid Knie

SYNESTHETIC OCTET – „Rastlos Remixed”

Das sich um den Musiker VINCENT PONGRACZ scharrende SYNESTHETIC OCTET übt sich auf seinem neuen Album „Rastlos Remixed“ (Jazzwerkstatt Records) einmal mehr in beeindruckender Weise in der Überwindung aller musikalischen Gesetzmäßigkeiten.

Vorhang auf für ein musikalisches Schauspiel, das den Begriff Crossover in jeder Hinsicht auf eine neue Ebene hebt. War das im vergangenen Jahr erschienene Album „Rastlos“ schon ein richtiges Glanzstück, so zeigt sich die von Vincent Pongracz – der dieses Mal als August Baron auch als Rapper in Erscheinung tritt – und seinem Synesthetic Octet (Doris Nicoletti, Clemens Salesny, Richard Köster, Alois Eberl, Peter Rom, Manu Mayr, Lukas König) vorgenommene Neubearbeitung der bereits bekannten Nummern als ein schöner großer Wurf nach vorne. Nichts, aber auch rein gar nichts erklingt auf der Vinyl-EP „Rastlos Remixed“ – die mit „Vater Unza“ auch einen neuen Track enthält – gewöhnlich, austauschbar oder den üblichen Linien folgend. Die erfrischend schräge und innovative Mischung aus (großformatigem) Jazz, Oldschool-Hip-Hop, feinem Soul, ein wenig Funk, elektronischer Musik, einem fetten Bläserklang und allerlei anderem groovt, was das Zeug hält, sie hat unglaublich viel Energie und lässt sich am treffendsten wohl mit einem Wort beschreiben: cool. Und zwar so atemberaubend cool, dass einem nur noch das Staunen bleibt.

Ein Rhythmus, bei dem alle mitmüssen

Quasi nach dem Motto „Ich mache, was ich will“ bastelt sich der experimentierfreudige Klarinettist und Bandleader mithilfe seiner Truppe einen höchst eigenständigen Sound sehr eigenwilligen Charakters zusammen, der von reduziert und verhalten bis richtig mächtig und ausladend wirklich ein immens breites Spektrum abdeckt. Hört man sich durch die Nummern des Albums, bleibt einem eigentlich nichts anderes übrig, als irgendwann einmal mitzunicken. Der vorgegebene Takt wirkt ansteckend und packt, und das obwohl es keineswegs irgendwie vorausschaubar oder geradlinig aus den Boxen schallt. Das rhythmische Korsett und auch die Arrangements und Strukturen sind eher komplexer und herausfordernder Natur, nur wird dieser Umstand – und das ist das Schöne an der ganzen Sache – in keinem Moment wirklich spürbar.

Es ist ein echtes musikalisches Ausrufezeichen, das Vincent Pongracz und seine Band mit „Rastlos Remixed“ abliefern. Die Musik des Synesthetic Octets kommt richtig schön und unkonventionell daher und weiß genau aus diesem Grund auch zu gefallen.  Wer wirklich einmal etwas anderes zu Gehör bekommen will, sollte sich diese Platte auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen. Es lohnt sich.

Michael Ternai

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