Susanna Ridler [koe:r] zu Gast im Musikverein

Wer mit dem bisherigen Schaffen von Susanna Ridler vertraut ist, weiß, dass es sich bei ihr um eine Künstlerin handelt, die immer schon etwas abseits aller traditionellen musikalischen Begrifflichkeiten agiert hat. Es war und ist ihr immer noch ein Anliegen, Wege zu beschreiten, die möglichst weit von herkömmlichen und bereits tausend Mal gehörten Mustern wegführen. Und genau so verhält es sich auch auf ihrer aktuellen CD „Susystems“ ihres Projektes [koe:r]. Die Sängerin, Komponistin und Arrangeurin schlüpft einmal mehr in die Rolle eines Freigeistes mit einer ganz eigenen musikalischen Vision. Diese ist von jeglichen Stilfragen losgelöst, erklingt sehr eigenständig und zeigt sich als eine elegante und stimmungsvolle Klangreise mit überaschenden Richtungsänderungen und Wendungen. Die nächste Möglichkeit, Susanna Ridler live zu erleben, gibt es am 31. Jänner im Gläsernen Saal des Wiener Musikervereins.

Will man Susanna Ridlers Klangsprache in Worte fassen, liegt man mit der Umschreibung, es handelt sich hier um eine überaus moderne und stileübergreifende Interpretation des Begriffs Fusionmusik, vermutlich nicht wirklich falsch. Die Wienerin versucht in ihren Kompositionen Brücken zu schlagen, zwischen unterschiedlichen Stilen genauso, wie zwischen artifiziellen Computersounds und akustischem Instrumentarium, zwischen Tradition und Moderne. Was sie entstehen lässt, sind sehr  vielschichtige und bis ins letzte Detail ausgefeilte Klanggemälde, die sich nur schwer in eine einzelne Kategorie fassen lassen.

Susanna Ridler [koe:r] – Plastic Mutations by mica

Die Art und Weise mit der die Sängerin und Komponistin  es versteht, die unterschiedlichen Ingredienzen in  abwechslungsreichen und kunstvollen Arrangements  zu vereinen, beweist ihr ausgeprägtes Verständnis für die verschiedenen Formen der Musik. Irgendwo zwischen den Polen Pop, Jazz, Elektronik, Funk und Rock agierend, versteht sie es ihrer Musik eine Form zu geben, ihr trotz ihrer klanglichen Vielfalt etwas Verbindendes zu verleihen.

An ihre Stücke nähert sich die Sängerin und Komponistin mit der Akribie und Neugier einer Wissenschaftlerin an. Sie überlässt nichts dem Zufall. Jede Note, jeder Ton ist bewusst gesetzt, jeder Bruch, jede Wendung folgt der eigenen selbstdefinierten Vorstellung. Für die lebendige musikalische Umsetzung der Kompositionen von Susanna Ridler verantwortlich zeigt sich die mit Wolfgang Puschnig (Saxophon), Fabian Rucker (Bassklarinette), Florian Kmet (Gitarre), Peter Herbert (Bass) und Alexander Lackner (Bass) hochklassig besetzte Begleitband, die es auf vortrefflich Art versteht, den Songs ihre Lebendigkeit und Facettenreichtum zu verleihen. (mt)

Susanna Ridler © Helene Waldner

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