Studio Dan erhält Preis der deutschen Schallplattenkritik

Über eine hohe Auszeichnung dürfen sich der junge österreichische Posaunist Daniel Riegler und sein “Free-Improvisors-Orchestra” Studio Dan freuen. Die 17-köpfige Formation erhielt für ihr im vergangenen Jahr erschienene Album “Creatures & other stuff” den begehrten „Preis der deutschen Schallplattenkritik” (Bestenliste 02/2010) in der Kategorie Grenzgänge. Den Preis erhalten jährlich jene MusikerInnen und Ensembles, deren Qualitätszeichen nach Meinung der Jury das Außergewöhnliche abseits des gängigen Mainstreams ist.

Es bedarf wahrscheinlich schon eines gewissen Größenwahns, ein Projekt wie Studio Dan auf die Beine zu stellen. Nicht, dass es Ensembles dieser Größe nicht bereits gäbe, der musikalische Schwerpunkt ist in diesem Fall aber anders gelagert. Hier vereinigen sich durchwegs MusikerInnen unter einem gemeinsamen Dach, die Jazz als ein frei bespielbares Musikfeld verstehen, auf dem stilistische Grenzen keinen Platz haben. Bei den Protagonisten handelt es sich durch die Bank um gestandene Mitglieder der Wiener Jazzwerkstatt, die ja bereits zu unzähligen Anlässen ihre Qualität und ihr Können unter Beweis gestellt haben. Der Name des Ensembles leitet sich von dem von Frank Zappa produzierten Album “Studio Tan” ab und stellt, stellvertretend für sein gesamtes Werk, einen wesentlichen Ausgangspunkt für das Projekt her.

Nun, in einem Ensemble mit 17 Mitgliedern ist dennoch eine gewisse ordnende Funktion notwendig, welche bei Studio Dan der Gründer Daniel Riegler übernimmt. Und dies tut er mit Bravour. Seine Kunst besteht darin, die individuellen Fähigkeiten der einzelnen MusikerInnen in gemeinsame Bahnen zu lenken, ohne sie dabei aber allzu sehr einzuengen. Jedem einzelnen Mitglied bleibt genügend Raum, sich zu entfalten und sich einzubringen. Es wäre im Grunde genommen ja auch schade, die individuelle spielerische Klasse eines Bernd Satzingers, Wolfgang Schiftners, Peter Roms oder Clemens Wengers nicht zu nutzen.

Die Musik von Studio Dan pendelt zwischen den unterschiedlichsten Stilen hin und her, ohne dabei aber den Struktur gebenden Roten Faden aus den Augen zu verlieren. So bewegen sich Daniel Riegler und seine KollegInnen stilsicher durch die Kompositionen und wagen auch hier und da Ausflüge in den Bereich der reinen Improvisation, was den Abwechslungsreichtum des Dargebrachten nochmals erhöht. “Klangfarbenexperimente, vertrackte Grooves und elektronische Interventionen verschmelzen viele österreichische Traditionen zu einem hochenergetischen Ganzen”.

Gelegenheit die Preisträger live zu sehen gibt es in den kommenden Wochen einige. So spielen Studio Dan noch im Mai Konzerte in der Slowakei und in Österreich. (mt)

Die Termine:
22. Mai 2010 Zilina/SK, Stanica
26. Mai 2010 Composers Workshop – Rudersdorf/Bgld
27. Mai 2010 Composers Workshop and Concert – Rudersdorf/Bgld
28. Mai 2010 Festsaal Mitterdorf – Mitterdorf/Stmk

Links:
Studio Dan
Jazzwerkstatt